Drei Giro-Impressionen aus Schlanders: sie „schossen“ heran, zischten durch und jagten davon.

Eine wahrhaft königliche Etappe

Publiziert in 21 / 2014 - Erschienen am 5. Juni 2014
Nairo Quintana schrieb auf Marteller Königsetappe Giro-Geschichte. Dort holte er sich das rosa Trikot - was er nicht mehr hergab. MARTELL - Im vergangenen Jahr musste die „Königsetappe“ des Giro d‘Italia, von Ponte di Legno über den Gavia Pass und das Stilfserjoch hinein ins hinterste Martelltal, aufgrund des plötzlichen Wintereinbruchs Ende Mai abgesagt werden. Diesmal konnte die Etappe regulär über die Bühne gehen, allerdings unter extremen Bedingungen. 139 Kilometer bei teils strömendem Regen und Kälte mussten die Radprofis absolvieren. Es sind diese Giro-Etappen, die Geschichte schreiben und ein Mann prägte diesen Tag: Der Kolumbianer Nairo Quintana holte sich in einer Zeit von 4:42.35 Stunden den Etappensieg und das rosa Trikot. Der 24-Jährige war um mehr als vier Minuten schneller als sein bis dato führender Landsmann Rigoberto Uran. Das rosa Trikot gab Quintana auch nicht mehr her, am vergangenen Sonntag krönte „er sich als erster Kolumbianer zum Sieger der Italienrundfahrt. Großes Medienecho Die „Gazzetta dello Sport“ widmete dieser schon jetzt legendären Giro-Etappe und der ­heroischen Leistung der Athleten die ­Titelseite und weitere acht Seiten. Überhaupt war das Medienecho groß: Rai sendete stundenlang live, Berichte und Fotos aus dem Vinschgau und insbesondere dem Martelltal gingen durch die italienischen Gazzetten, aber auch darüber hinaus. So erfreuten sich einige kolumbianische TV-Korrespondenten im hintersten Martelltal nicht nur über den Sieg von Nairo Quintana, sondern auch über die herrliche Landschaft. Zufriedene Organistaoren Obwohl die Organisatoren auch heuer mit dem Wetter kein Glück hatten, zeigten sie sich zufrieden. „Diesmal hat alles super geklappt. Das ist ein riesiger Werbeeffekt für unser Tal“, freute sich etwa der Marteller Bürgermeister Georg Altstätter. Er verfolgte das Rennen mit zahlreichen anderen geladenen Gästen auf der Enzianalm, unmittelbar neben dem Zielgelände, auf einer Höhe von rund 2.000 Metern. Auch Vinschgau Marketing Direktor Kurt Sagmeister war nach einer organisatorisch anstrengenden Zeit erleichtert, dass alles glatt gegangen ist. Matthias Tschenett, Vinschgau Marketing Präsident, freute sich, dass alles wie am Schnürchen klappte. Es sei gelungen, den Vinschgau optimal zu präsentieren. Auch im nächsten Jahr wolle man eine Etappe in den Vinschgau bzw. ins Martelltal holen. Vielleicht klappt es dann sogar mit dem guten Wetter. AM N.B.: Nicht gefehlt haben ­allerdings auch Klagen über die Straßensperren und die damit zusammenhängenden Unannehmlichkeiten.
Michael Andres
Michael Andres

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