Im Bild (von links): Robert Mair, Gerhard Witting, Elisabeth Stögerer Schwarz, Ulrike Egger und Gustav Tschenett bei der Vorstellung des Lehrgangs „Nüsse knacken – Früchte ernten“

Erstmals grenzüberschreitender Politiklehrgang für Frauen

Publiziert in 14 / 2005 - Erschienen am 21. Juli 2005
Noch immer werden fast alle Spitzenpositionen in der Politik, aber auch in Vereinen, Parteien und öffentlichen Gremien von Männern besetzt. Um Frauen zu befähigen und zu ermutigen, ihre Anliegen und Potentiale in Politik und Gremien einzubringen, wird ab Ende September 2005 bis Mitte März 2006 im Rahmen von sechs Lehrgangs-Modulen in den Bezirken Landeck, Imst und Vinschgau erstmals ein grenzüberschreitender Politiklehrgang für Frauen organisiert. Öffentlich vorgestellt wurde der Lehrgang „Nüsse knacken – Früchte ernten: Frauenkompetenz und Selbstbewusstsein in Politik und Gremien“ am 5. Juli im Hotel Almhof in Nauders. In Tirol hat es in der Vergangenheit bereits fünf Politiklehrgänge gegeben. Veranstalter des nunmehr sechsten und erstmals grenzüberschreitenden Lehrgangs sind das Frauenreferat des Landes Tirol und der Regionalentwicklungsverein MIAR in den Bezirken Landeck und Imst sowie das Frauenbüro der Südtiroler Landesverwaltung, der Beirat für Chancengleichheit in Bozen sowie die Genossenschaft für Weiterbildung und Regionalentwicklung im Vinschgau. Kooperationspartner sind die Bezirksgemeinschaft Vinschgau und der Regionalentwicklungsverein Bezirk Imst. Der Lehrgang richtet sich laut Elisabeth Stögerer Schwarz (Frauenreferat Tirol) an Frauen, die in Institutionen, Kammern, Gewerkschaften, Organisationen, öffentlichen Gremien, Parteien, Vereinen oder Initiativgruppen aktiv sind oder sich künftig engagieren wollen. Der Lehrgang umfasst sechs Module, die jeweils an einem Freitag und Samstag stattfinden, sowie eine Abschlussveranstaltung. Die Kurse finden sowohl im Bezirk Landeck als auch im Vinschgau statt. Zu den Lehrgangsinhalten zählen unter anderem politisches Grundwissen wie etwa Gemeinderecht oder Gemeindebudget, Rhetorik, der Umgang mit Konflikten sowie Informations- und Öffentlichkeitsarbeit. Auch „Exkursionen“ in das Landhaus Innsbruck sowie in den Südtiroler Landtag stehen an und Begegnungen mit starken Frauen aus Politik und Wirtschaft der Bezirke Landeck und Vinschgau. „Wir begrüßen dieses Projekt und tragen es gerne mit“, sagte Ulrike Egger im Namen des Beirates für Chancengleichheit und des Frauenbüros in Bozen. Auch in Südtirol seien fast alle Spitzenpositionen nach wie vor von Männern besetzt, speziell auch gut dotierte Posten in Verwaltungs- und Aufsichtsräten. Eine viel stärkere Frauenvertretung im vorpolitischen Raum sei ebenso wichtig. Der Lehrgang soll dazu beitragen, Frauen kompetenter und selbstbewusster zu machen. Auch Gustav Tschenett, der Geschäftsführer der Genossenschaft für Weiterbildung und Regionalentwicklung, begrüßte die Initiative. Martha Stecher, die Direktorin der Sozialdienste in der Bezirksgemeinschaft Vinschgau, die zu den Promotorinnen des Projektes gehört, konnte bei der Vorstellung nicht anwesend sein, weil sie erkrankt war. „Wir möchten, dass die Frauen ihr Selbstverständnis finden und über den Lehrgang zusammen mit den Frauen des Umfeldes ein Netzwerk aufbauen“, meinte Gerhard Witting, der Obmann des Vereins MIAR. Auch der Bürgermeister von Nauders, Robert Mair, begrüßte das Projekt, sagte aber auch, „dass es nicht die Männer sind, die die Frauen ‚hinausboxen’, sondern dass die Frauen oft untereinander eifersüchtig sind“. Als Beispiel nannte er den Gemeinderat von Nauders, in dem drei Frauen sitzen. „Nach 36 Jahren Politik weiß ich, dass sich dies auch auf Landes- und Bundesebene so verhält“, meinte Mair. Die Veranstalter des Politiklehrgangs rechnen mit über 20 Teilnehmerinnen aus den Bezirken Landeck und Imst sowie aus dem Vinschgau. Projektkoordinatorin ist Annemarie Fahrner. Anmeldungen und Informationen für das Oberland beim Verein MIAR (Tel.: 0043-(0)5442-67 804 oder office@miar.at) und für den Vinschgau bei der Genossenschaft für Weiterbildung und Regionalentwicklung (Tel.: 0473 618166 oder info@gwr.it).
Josef Laner
Josef Laner
Vinschger Sonderausgabe

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