Es lebe das Trotzalter!

Publiziert in 23 / 2004 - Erschienen am 2. Dezember 2004
Kürzlich fand der vierte von insgesamt fünf Vorträgen zur Stärkung der elterlichen Kompetenzen statt. Zum Thema "Was brauchen Kinder?" referierte die Kinder- und Jugendpsychoanalytikerin Sonja Bisi in der Aula Magna der HOB über die Probleme der heutigen Wohlstandsgesellschaft. "Die materiellen Bedürfnisse sind weitgehend befriedigt, aber wo bleiben die psychischen Bedürfnisse?" Seit 7-8 Jahren sind ihrer Erfahrung nach Aggressionen im Kindesalter im Steigen begriffen. Ein Anliegen der Referentin ist vor allem die Prävention, die Unterstützung einer gesunden Persönlichkeitsentwicklung. Das Trotzalter, zwischen dem 2. und 3. Lebensjahr auftretend, ist ein wichtiger Schritt zur Persönlichkeitsentfaltung des Kindes. Es lernt dabei vor allem, wie stark die Fähigkeit ist den eigenen Willen durchzusetzen. Und manche Eltern nehmen den Kampf auf, sie möchten den Willen ihres Kindes bändigen. Dies ist aber ein großes Missverständnis. Am besten, laut Bisi, sind viele "Ja "- einige konsequente "Nein" und jede Menge Kompromisse. So könnte es funktionieren, denn eine "gebändigte" 1. Trotzphase zieht eine weitaus kompliziertere 2. Phase (=Pubertät) nach sich. Bisi verwies auch auf die Wichtigkeit der Vaterrolle im Kindergarten- und Vorschulalter. Und darauf, wie wichtig es ist, als Eltern "echt" zu sein. Zu dem zu stehen, was man sagt.
Sigrid Zagler
Vinschger Sonderausgabe

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