Marmorabbau in Göflan

„Es wurde mit zweierlei Maß gemessen“

Publiziert in 3 / 2014 - Erschienen am 29. Januar 2014
In einer Bürgerversammlung informierten Gemeinde- und Fraktionsverwalter über den aktuellen Stand in Sachen Marmortransport. Göflan - Unter den knapp 70 Zuhörern saßen verhältnismäßig viele junge Bürgerinnen und Bürger. Sie alle wollten aus erster Hand erfahren, wie es mit dem Abbau und Abtransport der Göflaner „Bodenschätze“stand. Fraktionsvorsteher Erhard ­Alber und seine Mitverwalter Georg ­Altstätter, Georg Sagmeister, Hartmann Pircher und Othmar Alber hatten dazu Bürgermeister Dieter Pinggera, den Referenten für Göflan, Walter Gurschler, und den Obmann der Agrargemeinschaft Göflaner Alm, Martin Oberdörfer, eingeladen. Die Informationsrunde zum Thema Marmortransport eröffnete Gemeinde- und Fraktionssekretär Georg Sagmeister, indem er weit ausholend die Ereignisse seit 2005 Revue passieren ließ. Er sprach von sonderbaren Interpretationen der Rechtslage, von der Klassifizierung des Forstweges, verglich die 483.000 Euro an Einnahmen bei 2.000 Kubikmetern mit den 513.000 Euro an Spesen beim Transport über Laas, bezifferte die bisherigen Prozesskosten mit 50.000 Euro und sprach von 40 Verwaltungsstrafen, die sich angehäuft hätten. Bürgermeister Dieter Pinggera nannte das, was Sagmeister geschildert habe, nur die Spitze des Eisberges. „Wir haben handfeste Beweise, dass mit zweierlei Maß gemessen wurde“, merkte er an. „Landeshauptmann Durnwalder hat unsere Gesuche regelmäßig ‚aus Umweltgründen‘ abgelehnt, ohne die positiven Gutachten der Forstverwaltung und ohne die Ergebnisse jener Studie in Betracht zu ziehen, die von der Fraktion Göflan in Auftrag gegeben worden war.“ Die Studie „Marmortransport im Nationalpark Stilfserjoch. Vergleichende Analyse der Erschließung- und Transportvarianten mit Umweltbilanz“ wurde dann von Markus Joos erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. „Damit haben wir uns auf wissenschaftlicher Grundlage von einem renommierten Wiener Planungsbüro feststellen lassen, dass der Transport mit LKW, über Seilbahn, Schrägbahn nach Laas und wieder mit LKW nach Schlanders in keiner Weise umweltverträglicher ist als der über die Forststraße nach Göflan und Schlanders“, meinte Amtsdirektor Joos, der als Landesbeamter aus dem Fraktionsrat ausgeschieden ist. Den Stellungnahmen von Martin Oberdörfer und Walter Gurschler, aber auch den Wortmeldungen aus dem Publikum war zu entnehmen, dass der von Bürgermeister und Separatverwaltung eingeschlagene Weg als richtig eingeschätzt wurde. Man signalisierte Solidarität. „Wir danken für die umfassende Information und hoffen, dass die Verwalter sich nicht unterkriegen lassen“, klang es sinngemäß aus dem Publikum. Für alle Besucher zum Mitnehmen hatten Eigenverwaltung, Nationalpark, Agrargemeinschaft und Göflaner Marmor GmbH die 12 Schautafeln des 6,5 km langen „Göflaner Marmorweges“ in Kalenderform gestalten und drucken lassen. s
Günther Schöpf
Günther Schöpf

Diese Seite verwendet Cookies für funktionale und analytische Zwecke. Lesen Sie unsere Cookie-Richtlinien für weitere Informationen. Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich damit einverstanden.