Freude über das Ja der Schweiz zu Schengen

Publiziert in 11 / 2005 - Erschienen am 9. Juni 2005
Die Schweizer haben sich am Sonntag in einer Volksabstimmung mehrheitlich für den Beitritt der Alpenrepublik zum Schengener Abkommen ausgesprochen. Für den Vinschgau ist diese Entscheidung von besonderer Bedeutung. Mir 54,6 Prozent haben die Stimmberechtigten das bilaterale Abkommen Schengen-Dublin angenommen. Herbert Denicolò, der Vizepräsident des Regionalrates, nimmt das Wahlergebnis sehr positiv zur Kenntnis und versteht es als Bestätigung der Europapolitik und des bilateralen Weges. „Was mit den sogenannten Interreg-Progammen wirksam begonnen wurde, kann nun auf politischem Wege verstärkt und gefördert werden: das kulturelle, soziale und wirtschaftliche Zusammenwachsen des Dreiländereckes Obervinschgau, Graubünden und Tirol“, so Denicolò. „Die Bereitschaft dafür ist groß, das Interesse füreinander hat sich in den letzten Jahren deutlich gezeigt. Das Schweizer Ja zu Schengen-Dublin ist ein Entscheid zugunsten einer verstärkten und vertiefenden Zusammenarbeit mit den Nachbarländern im Alpenland und bietet auch Vorteile für den Tourismus“, ist Denicolò überzeugt. Auch der Vinschger Landesrat Richard Theiner ist erfreut und begrüßt das Ja der Schweiz zum Schengen-Abkommen. Das Wegfallen der Passkontrollen zwischen der Schweiz und Italien im Zuge des Schengen-Abkommens sei auch für den Vinschgau positiv. „Der Beitritt der Schweiz ermöglicht einen freien Personenverkehr zwischen der Schweiz und den EU Ländern", sagt Landesrat Theiner. Dieser würde sich besonders positiv auf den Vinschgau auswirken, wo bereits ein reger kultureller und wirtschaftlicher Austausch mit den Schweizer Nachbarn bestehe. Mit dem Beitritt der Schweiz zum Schengen-Abkommen erhofft sich der Landesrat auch Erleichterungen für die vielen Grenzpendler und den grenzüberschreitenden öffentlichen Nahverkehr. Auch Landeshauptmann Luis Durnwalder erklärte bei seiner Montagspressekonferenz im Anschluss an die Sitzung der Landesregierung, dass der künftig freie Personenverkehr zwischen der Schweiz und Südtirol besonders den über 600 Personen zu Gute kommen, die täglich vom Vinschgau zu ihrer Arbeitsstelle in die Schweiz pendeln. Der Beitritt der Schweiz zum Schengen-Abkommen und das Wegfallen der Passkontrollen werden aber auch die Zusammenarbeit fördern, ebenso wie den Informationsaustausch und den Fremdenverkehr sowohl von der Schweiz und besonders aus Graubünden nach Südtirol, aber auch von Südtirol in die Schweiz. (LPA)
Josef Laner
Josef Laner
Vinschger Sonderausgabe

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