Geburtshilfe gehört zur medizinischen Grundversorgung

Publiziert in 31 / 2014 - Erschienen am 10. September 2014
Vinschgau - Der Bezirk Vinschgau der Südtiroler Bäuerinnenorganisation zeigt sich besorgt über die derzeitige Diskussion über die Schließung der Geburtenabteilung im Krankenhaus Schlanders. „In einem Gespräch im April hat mir Landesrätin Martha Stocker persönlich versichert, dass die medizinische Grundversorgung auch in den peripheren Krankenhäusern langfristig gesichert bleibt“, so die Bezirksbäuerin Ingeborg Rechenmacher. „Jetzt stellt sich mir die Frage, ob die Geburtshilfe in einem Krankenhaus, welches ein ausgedehntes Tal wie den Vinschgau abdeckt, nicht wesentlich zur medizi­nischen Grundversorgung gehört. Sehr viele werdende Mütter, darunter ein Großteil der Bäuerinnen, wohnen in den Vinschger Seitentälern oder auf entlegenen Weilern und Bauernhöfen. Für sie ist bereits die Fahrt nach ­Schlanders zur den Voruntersuchungen und zur Entbindung keine Spazierfahrt; die Fahrt nach Meran wäre eine enorme Belastung für die Frauen, vom Zeit- und Kostenaufwand ganz zu schweigen. Andreas Fabi, der Chef des Sanitätsbetriebes, gab kürzlich den fehlenden 24-Stunden-Aktiv­dienst als Grund für die Schließung der kleineren Geburtshilfen an. Ich glaube, in der Zeit, die für die Fahrt nach Meran benötigt würde, wäre jeder Kinderarzt, Anästhesist und Gynäkologe, der in Bereitschaft ist, in ­Schlanders schon längst zur Stelle. Mit 400 Geburten jährlich, Tendenz steigend, weist die Geburtenabteilung in Schlanders einen relativ hohen Durchschnitt auf. Die professionelle Betreuung und die freundliche Atmosphäre auf der Mutter-Kind-Station werden von den Frauen und Müttern sehr geschätzt. Im Namen aller Vinschger Familien und der Südtiroler Bäuerinnenorganisation ersuche ich die zuständige Landesrätin und die Landesregierung, eine für die Vinschger Bevölkerung positive Entscheidung zu treffen“, so die Bezirksbäuerin Ingeborg Rechenmacher. red
Redaktion
Vinschger Sonderausgabe

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