Areal des Fernheizwerkes (links), zu befestigende Abschnitte 3 und 4; Brücke über die Etsch 5; rechts unten der Mühlbach.

Geld gerettet - Geschäft verloren

Publiziert in 20 / 2012 - Erschienen am 23. Mai 2012
„Wenn wir uns nicht endlich geeinigt hätten, wäre das Geld futsch gewesen und der Radweg die längste Zeit nicht fertig gestellt worden.“ Latsch – So erklärte Wirtschaftsreferent Hermann Raffeiner Kerschbaumer die Tatsache, dass die Entscheidung für die eingetragene Variante der Radweg­trasse gefallen ist. Damit verläuft die Trasse auf der orographisch linken Etschseite bis zur Höhe Agip-Tankstelle und Camping an der Etsch, überquert dort den Fluss, bleibt bis zur Mündung des Mühlbaches auf der rechten Seite, um über eine weitere Brücke im Norden der Seilbahnsta­tion schließlich die Hauptstraße und den Abschnitt durch die Latschander zu erreichen. Wie aus unterschiedlichen Quellen zu erfahren war, sei die für den Abschnitt Tisser Brücke-Latscher Brücke vorgesehene Summe von 1,93 Millionen Euro bereits für den Radwegabschnitt Mals-Taufers vorgesehen gewesen. Es soll sich Bürgermeister Karl Weiss - zuständig in der Bezirksgemeinschaft für den Vinschger Radweg - aber energisch für den Abschluss des Hauptstranges eingesetzt und in dem Zusammenhang Landeshauptmann Luis Durnwalder aufgesucht haben. Die durch eine geologische Untersuchung sich abzeichnenden Mehrkosten für Steinschlagschutz und Böschungssicherung des ca. 700 Meter langen Abschnittes Fernheizwerk bis Tankstelle („Der Vinschger“ berichtete in der Ausgabe Nr. 14 vom 12.04.2012) scheinen sich Straßenmeisterei und Wildbachverbauung zu teilen. Unter den Wirtschaftstreibenden, die noch vor einem Jahr eine Petition an den Bürgermeister gerichtet hatten, den Radweg in irgendeiner Form durchs Dorf zu führen, hatte sich Resigna­tion breit gemacht. „Wenn man sich das vor Augen hält: Mals und Schlanders versuchen alles Mögliche, um die Radfahrer ins Dorf zu bringen, die Laaser ­lachen uns aus und wir geben so viel Geld aus, um sie auszusperren“, sagte ein enttäuschter Obmann der Kaufleute Horst Egger. „Wir hatten eine Aussprache mit Landesrat Thomas Widmann und waren beim Bezirkspräsidenten Andreas Tappeiner, vergebens.“ Ein Gastwirt formulierte knapp: „Was soll‘s, wir brauchen alle die Genehmigungen des Bürgermeisters.“ Ein Latscher Bürger kommentierte die fehlgeschlagenen Versuche der Wirtschafter: „Der Bürgermeister hat die Meinungsäußerung von so vielen Betrieben einfach vom Tisch gewischt.“ Mit dieser Trassen-Lösung und der Brücke vor ihrem Haus zufrieden zeigten sich Camping- und Tankstellenbetreiber. Beruhigt sind die Landwirte und die Fraktion Latsch, denen kein Quadratmeter enteignet wird; beruhigt sind die Anwohner des Etschdammes, denen kein Radfahrer übern Gartenzaun schauen wird. „Der Arbeitsgruppe Dorfgestaltung“, sagte Gemeinderat Harald Trafoier, „ist nun nahe gelegt worden, über eine bestmögliche Anbindung ans Dorf nachzudenken.“  Günther Schöpf
Günther Schöpf
Günther Schöpf
Vinschger Sonderausgabe

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