Links im Bild der neue „Gongl“ auf der oberen Tschengsler Alm, rechts die 1967 neu errichtete Almhütte

„Gongl“ auf Tschenglser Alm gesegnet

Publiziert in 15 / 2005 - Erschienen am 4. August 2005
Ein kleines, aber feines Almfest wurde am 24. Juli auf der oberen Tschenglser Alm gefeiert. Rund 70 Personen aller Altersstufen waren auf die Alm gekommen, um die Segnung des neuen „Gongl“ mitzuerleben. Als „Gongl“ wird der Stall bezeichnet, in dem das Galtvieh und die Schafe Unterschlupf finden. Bereits im Jahr 2000 war unter der Trägerschaft der Fraktionsverwaltung Tschengls mit ersten Arbeiten zum Neubau des Stalles auf der oberen Tschenglser Alm, die auf 2049 Metern liegt, begonnen worden. Fraktionsvorsteher war damals Albert Trafoier. Derzeit übt dieses Amt Christian Tscholl aus. Der Neubau war notwendig geworden, weil der alte Stall buchstäblich zusammengebrochen war. Finanziell unterstützt hatte den Bau des neuen „Gongl“ die Verwaltung des Nationalparks Stilfser Joch. Hierfür hatte sich vor allem Vizebürgermeister Markus Hauser eingesetzt, der unter anderem für die Belange der Fraktion Tschengls zuständig ist. Aber auch viel Eigenleistung seitens der Bauern wurde erbracht. Als schwierig gestalteten sich die Arbeiten vor allem deshalb, weil nur die untere Tschenglser Alm (1583 Meter) mit einem Weg erschlossen ist und daher Hubschrauberflüge unerlässlich waren. Die Arbeiten konnten zwar schon vor zwei Jahren abgeschlossen werden, doch richtig gefeiert wurde erst am 24. Juli. Schon zeitig am Morgen waren viele Tschenglser mit einem Traktor bis auf die untere Alm gefahren, um von dort über den teils recht steilen Hirtensteig auf die obere Alm zu wandern. Den Gottesdienst zelebrierte Pfarrer Alois Oberhöller, der auch den neuen Stall und die Alm segnete. Der Hirte Franz Andres, die Almmeister Georg Riedl und Manfred Tscholl sowie viele weitere fleißige Hände hatten die Vorbereitungen für ein nettes Almfest getroffen. Derzeit halten sich 56 Stück Galtvieh und über 400 Schafe auf der oberen Tschenglser Alm auf. Die Almhütte, die 1967 neu aufgebaut worden war, ist mittlerweile wieder renovierungsbedürftig. Gesprächsthema Nummer eins war natürlich der Bär, der auf der Alm schon etliche Schafe gerissen hat (die genaue Zahl ist umstritten, es dürften aber mehr als zehn sein). Mittlerweile soll sich der Bär im benachbarten Schweizer Nationalpark aufhalten. Der Forstwart Andrea Buffa und Robert Dietl, Leiter der Nationalparkstation in Laas, wurden andauernd mit Fragen rund um den Bären konfrontiert. Deutlich herauszuhören war, dass die Bauern und speziell die Schafzüchter keine große Freude mit dem Bären haben. Auch aber Witze waren zu hören: „Liabr an Bär ob Holz als a Goaß in Haus“.
Josef Laner
Josef Laner
Vinschger Sonderausgabe

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