Florin Pichler (links) und Konrad Meßner bei der Getreideernte auf einem Feld zwischen Agums und Lichtenberg. „Wichtig ist, dass der Bauer den Getreidepreis bestimmt“, sagt Meßner.

Großes Interesse an heimischem Brot

Publiziert in 30 / 2012 - Erschienen am 29. August 2012
Rund 40 Getreideanbauer von Laas aufwärts sind zurzeit in der Kornkammer Vinschgau vereint. Obervinschgau – Sie bauen auf über 50 Hektar Getreide an, „wobei die Tendenz steigend ist“, wie Kornkammer-Koordinator Konrad Meßner und Obmann Florin Pichler kürzlich vor Medien erklärten. Wenngleich die Ernte und Qualität heuer überdurchschnittlich seien, wird es laut Meßner noch Jahre dauern, bis das beste Saatgut für den Vinschgau ermittelt ist: „Wir wollen keinen Stress, sondern langsam wachsen. Es geht sozusagen darum, das Getreide der Region anzupassen und einen regionalen Kreislaus zu schaffen, von dem nicht nur die Getreideanbauer profitieren, sondern auch der Tourismus, der Handel, die Bäcker und andere mehr.“ Das Interesse der heimischen Bevölkerung an den biologisch hergestellten Getreideprodukten sei groß. Zumal aber rund die Hälfte des Getreides an die Whiskey-Brennerei in Glurns geliefert wird und ein Teil der Ernte in Hofbäckereien Verwendung findet, könne der Bedarf zurzeit bei weitem nicht befriedigt werden. Um den Eigenbedarf an Brot decken zu können, müsste im Vinschgau auf ca. 250 ha Getreide angebaut werden. Im vergangenen Winter hat sich die Kornkammer übrigens mit Bodengesundheit und pflug­losem Ackerbau befasst. Bernhard ­Stocker aus Laatsch, Mitglied der Kornkammer, hat unlängst eine landesweit einzigartige Maschine zum Ausbringen der Saat angekauft. Die Maschine ist bereits seit einiger Zeit im Einsatz. Die Pflugscharen dringen nur wenige Zentimeter in den Boden ein, sodass die Lebewesen im Boden keinen Schaden nehmen und dieser somit fruchtbar bleibt. Relativ neu ist für die Kornkammer, dass sie im Dienstleistungsverfahren für interessierte Grundbesitzer Getreide anbaut. Ein wichtiger Meilenstein für die Kornkammer wurde übrigens im September des Vorjahres gesetzt, als die Getreideverarbeitungsstraße von Othmar Folie im Kiefernhainweg in Prad eröffnet wurde. In dieser Anlage wird die Ernte der Getreidebauern entsteint, gereinigt und im Fall von Dinkel entspelzt. Sepp Laner
Josef Laner
Josef Laner

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