Obmann Josef Pircher (Bildmitte); links Landesobmann Peter Ortner, rechts Vize-Obmann Hermann Wenter, der „Motor" des Vereins

Heimatpflegeverein Naturns-Plaus feiert

Publiziert in 4 / 2006 - Erschienen am 22. Februar 2006
Naturns – Viele Mitglieder und Gäste haben dem in der Einladung ausgesprochenem Wunsch des Obmanns Josef Pircher Folge geleistet und sind in Tracht zur 10. Jahresversammlung des Heimatpflegevereins Naturns-Plaus erschienen. Die Veranstaltung fand am 5. Februar im voll besetzten Saal im historischen Gasthof zur „Goldenen Rose“ in Naturns in sehr festlichem Rahmen statt. Für Musik sorgte die „Obervinschger Raffele-Musi“. Gernot Niederfriniger bewies sein Können an der Zither, und im Laufe des Abends auch an der nach antiken Mustern gebauten gotischen Harfe, und Martin Moriggl an der Gitarre. In seiner Begrüßung erinnerte der Obmann an die Gründung des Heimatpflegevereins vor 10 Jahren mit 45 Mitgliedern. Heute zählt der Verein rund 160 Mitglieder und ist, wie der Rückblick bewies, auch sehr aktiv. Der Obmann freute sich, zahlreiche Ehrengäste begrüßen zu dürfen: Verbandsobmann Peter Ortner, die Bürgermeister der Nachbargemeinden, den Bürgermeister von Plaus und Präsidenten des Gemeindenverbandes Arnold Schuler, den Kulturreferenten Valentin Stocker, den Direktor der Raika, Michael Platzer, Mitglieder der Nachbarvereine aus Kuens, Lana, Riffian und Partschins sowie Ida Platzgummer vom „Dorfmairhof“ in Naturns, die stets ein sehr offenes Herz für die Belange des Heimatpflegevereins hat. „Bei Heimatpflege kann man zwar keine Welten bewegen, aber kleine Ziele erreichen“: Pflege des Brauchtums, der Volkskulturen und der Patrozinien, Restaurierung des Prokulus-Kirchlein, der Prozessions-Statuen, der Kirchenbilder, der Kapelle in Rabland und die von Vandalen beschädigten Kruzifixe im Dorf. Die Heimatpfleger haben mit ihrer Teilnahme zahlreiche festliche Begebenheiten aufgewertet, viele selber veranstaltet und sich auch um die Verfassung der Höfe-Chronik gekümmert. Der Vize-Obmann Hermann Wenter berichtete in seinem Rückblick 2005 über die bei der Bevölkerung sehr gut angekommene Volksmusikbegehung in den Schulen und das Volksmusik-Konzert, die Kulturausflüge wie nach Verona oder ins Ultental, das zugunsten der Hochwasseropfer in Pfunds im November abgehaltene Benefizkonzert, die aktive Unterstützung bei der Verfassung der 8 Stelen, die zur Information entlang der Bahnhofstrasse aufgestellt wurden, über die Theateraufführung „Stich ins Tirolerherz“, den Jahreskalender und die „Sagenwelt“ von Maria Gerstgrasser. Für 2006 hat man sich außer den üblichen Ausflügen (dieses Jahr geht es nach Prettau und dann ins Passeiertal zum Sandhof von Andreas Hofer) unter anderem vorgenommen, das Kalkbrennen am Kalkhof wieder aufzunehmen, um Gästen und Einheimischen Einblick in einen der ältesten hiesigen Berufe zu gewähren, die alten Flurnamen wieder an den entsprechenden Stellen anzubringen und außerdem wird als bleibendes Zeichen des zehnjährigen Bestehens an passendem Ort ein Baum gepflanzt. Landesobmann Peter Ortner, auch er begeht dieses Jahr sein 10-jähriges Jubiläum als Landesobmann, wies auf die wichtigsten Aufgaben der Heimatpfleger hin, die nicht immer populär seien und sich nicht nur Freunde machten, sondern häufig auch auf harte Kritik stießen. „Heimatpflege bedeutet, uns mit Kultur, Natur und Landschaft zu identifizieren; wir brauchen Heimat, denn ohne dieses Gefühl kann der Mensch in seiner Gemeinschaft nicht bestehen und sie zu haben ist ein Privileg. Die Heimatpfleger sind als ‚Lobby’ zu verstehen, die die Ursprünge, Charakteristiken und Traditionen zu erhalten versucht.“ Zu den großen Aufgaben gehörten neben dem Schutz und der Verteidigung historischer Reichtümer auch die Verhinderung von Verbauungen, von übermäßiger Verkehrsbelastung und von Flussverbauungen. Er zitierte hierzu das brasilianische Sprichwort: „Stirbt der Fluss, so stirbt das Volk“. Sehr wichtig sei auch die Sensibilisierung unserer Jugend und die Involvierung vieler Berufsparten. Bürgermeister Andreas Heidegger betonte, dass viele Vorschläge der Heimatpfleger auf fruchtbaren Boden fallen und viele Anregungen in die Tat umgesetzt würden. Kulturreferent Valentin Stocker sagte, dass der Traum von Heimat nicht Sehnsucht bleiben darf, sondern den gesunden Gegenpol zu dem heutigen rationellen, globalisierenden Denken darstellen muss. Das Sich-zuhause-fühlen muss weitergegeben werden, heute nicht mehr nur durch die Pfarrer und Lehrkräfte, sondern durch jeden einzelnen Bürger der „Heimat“. Michael Platzer, Direktor der Raika, versprach, dass die Bank auch in Zukunft gerne ihr Bestes zur Unterstützung der Projekte beitragen werde.
Christel Strasinsky
Vinschger Sonderausgabe

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