„Herbstfestl“ der kleinen Genossenschaft „BioKistl“

Publiziert in 18 / 2005 - Erschienen am 21. September 2005
An sechs Verkaufsständen der Bio-Produkthersteller zeigte das „BioKistl“ in Algund sein Sortiment. Mit dabei waren das Kräuterschlössl der Familie Gluderer aus Goldrain (Kräuter, Teemischungen, Dörrobst, Sirupe und Säfte, Creme und Kosmetikartikeln), Ultner Brot mit einem reichen Angebot, die Psairer Bergkäserei mit all ihren Milch- und Käseprodukten vom Schaf, von der Ziege und dem Rind sowie an einem gemeinsamen Stand die Weingüter aus Lana, der Zollweghof und der Ebnerhof mit dem Wein aus bio-dynamischen und ökologischem Anbau und die ArGe Biobeef Südtirol. An einer langen Theke wurden allerlei Sorten Kuchen, Gebäck, Strudel und frischgebackene Apfelküchl mit Kaffee und anderen Getränken angeboten und im ersten Stock der Genossenschaft konnte man Obst und Gemüse einkaufen. Wer Glück im Ratespiel hatte, konnte diese aber gewinnen. Im Hof war ein kleiner Spielpark für die Kinder aufgebaut und die Sensation war natürlich die Rutschbahn, ein Dart-Spiel und kleine Traktoren im Geschicklichkeits-Parcour. Das Herbstfestl war sehr gut besucht. Derzeit produzieren etwa 20 Bio-Bauern in ganz Südtirol für die Genossenschaft „BioKistl“, sie alle gehören den Verbänden Bioland, GÄA oder Naturland u.ä. an und sind zur Einhaltung strengster Auflagen verpflichtet, die den Anbau und die Verarbeitung ihrer Produkte betreffen. Während der Wintermonate, in denen es in Südtirol kein eigenes Obst und Gemüse mehr gibt, werden die Produkte von ausgewählten und kontrollierten Biobauern in Italien bezogen. Beim „BioKistl“ kann der Kunde also das ganze Jahr über bestellen, und von hier aus wird die bestellte Ware überall in ganzem Land zugestellt oder in Algund abgeholt werden. Auch der Vinschgau hat sehr viele Abnehmer. Unmittelbar gegenüber dem „BioKistl“-Hof befindet sich das Gewächshaus „Posaidon“, das keine externe Kühl- bzw. Heizenergie benötigt, denn es wird mittels Geothermie (Erdwärme aus einer Tiefe von 100 m), Photovoltaikstrom und thermischer Solaranlage versorgt. Die baubiologische Architektur kommt noch hinzu: spezielle Bodenheizungsrohre in Fußboden und Mauern, große isolierte Fensterfront. Eine alternative Energieversorgung, die nicht nur für Gärtner und Landwirte, sondern auch für Haus- und Wintergartenbau interessant werden kann. Erstmals versuchen Südtiroler Unternehmer (das „BioKistl“ in Zusammenarbeit mit dem Forschungspartner Laimburg) erneubare Energie für ein energiesensibles Gewächshaus zu nutzen. Die Anlage ist so ausgerichtet, dass auch im kältesten Winter die Innentemperatur nicht unter 17 °C sinkt.
Christel Strasinsky
Vinschger Sonderausgabe

Diese Seite verwendet Cookies für funktionale und analytische Zwecke. Lesen Sie unsere Cookie-Richtlinien für weitere Informationen. Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich damit einverstanden.