Herz-Jesu-Feuer 2005 in Prad

Publiziert in 11 / 2005 - Erschienen am 9. Juni 2005
Die Bergfeuer zur Zeit der Sommersonnenwende wurzeln wie auch andere Jahresfeuer im alten, vorchristlichen Kult der Naturvölker. Mit dem Entzünden von Feuer wollte man die Kraft der Sonne nachbilden, von welcher Heilung, Segen und Fruchtbarkeit für Mensch und Tier ausging. In christlicher Zeit wurde es üblich, die Höhenfeuer zu Ehren von Heiligen abzubrennen wie zum Beispiel die Johannesfeuer. In Tirol haben die Sonnwendfeuer zu Ehren des Herz-Jesu-Festes eine eigene Bedeutung bekommen. Dieses Fest wurde in einer für das Land sehr schwierigen Zeit im Jahre 1796 eingeführt, und begann mit dem Schwur der Tiroler auf das Heiligste Herz Jesu gegen die Franzosen. Im ganzen Land sowie auch in Prad gibt es heute noch diese Bergfeuer, um die Verbindung mit diesem Bund zu bekräftigen. In Prad gibt es mehrere Gruppen, die diese alte Tradition pflegen. Dies waren am heurigen Herz-Jesu-Sonntag die Gruppe Gampen (Herz mit Kreuz), die Prader Berger-Gaflaun (Kette und Kreuz), die Wasserfallböden-Gruppe (Kette) sowie die Trada-Gruppe (Prader Alm) mit Kette. Für das nicht gerade billige, dafür aber umweltfreundliche Kolophonium (Baumpech bzw. Baumharz), das als Zündstoff dieser Bergfeuer dient, sei der Raiffeisenkasse und der Schützenkompanie Prad gedankt. Weiters zu danken ist der Fraktionsverwaltung und der Jungviehinteressentschaft Prad und nicht zuletzt den zum größten Teil jugendlichen Burschen, die mit Begeisterung und heuer ausnahmsweise bei schönem Bergwetter diese alte Tradition unserer Heimat aufrecht hielten. Gilbert Stillebacher

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