Die Kinder an der Grundschule in Schlanders waren von den Tänzen und Liedern der Gruppe aus Brasilien begeistert.

„Ich hoffe sehr, ein guter Schüler zu sein“

Publiziert in 12 / 2006 - Erschienen am 14. Juni 2006
Schlanders – Die stolze Summe von über 5.700 Euro kam beim heurigen Ostermarkt der Grundschule Schlanders zusammen. Die 12 Grundschulklassen hatten den Markt zusammen mit den Lehrpersonen und den Eltern organisiert. Der Erlös ist mittlerweile am Zielort angekommen. Es ist dies die Landwirtschaftsschule „Escola Agrícola Comunitária Margarida Alves“ im Bundesstaat Bahia in Brasilien. „Mit diesem Geld konnten 7 Patenschaften von Kindern und Jugendlichen übernommen werden,“ freut sich die Lehrerin Marianne Kienzl Pircher, die das Projekt zusammen mit der Lehrerin Veronika Perkmann Götsch geleitet hat. Dank der beachtlichen Summe können die 7 Kinder und Jugendlichen die gesamte Schulzeit absolvieren. Diese umfasst zwei bzw. vier Jahre. Vor kurzem waren 5 Absolventen und 2 Lehrerinnen der „Escola Agrícola Comunitária Margarida Alves“ zusammen mit einer Dolmetscherin zu Gast an der Grundschule in Schlanders. Die Gruppe, die auch in anderen Orten Südtirols zu Besuch war, verstand es, die Kinder im Zuge mehrerer Vorstellungen mit brasilianischen Tänzen (Capoeira) und Liedern zu begeistern. Die Kinder, die sich auch über die Briefe der Patenkinder von Bahia freuten, gaben den Freunden aus Brasilien ein irisches Segenslied mit auf den Weg. Mit Brasilien hatten sich die Kinder schon im Vorfeld an der Schule beschäftigt. Der Briefkontakt mit Kindern der Landwirtschaftsschule in Bahia soll weiterhin aufrecht bleiben. Gilmar Alves Macedo ist einer der Jugendlichen, die nun die Schule in Bahia besuchen können. Nachfolgend sein Vorstellbrief: Ich bin am 29. 12. 1990 geboren. Ich habe 4 Geschwister, aber ich lebe nur mit einem Bruder und dem Vater. Meine Mutter ist weggezogen. Eine Schwester lebt bei meiner Tante und zwei leben in Sao Paolo. Mein Elternhaus ist 60 km von der Schule entfernt. Ich besuche die 6. Klasse, also das zweite Jahr an der Landwirtschaftsschule. Ich arbeite auf dem Feld, helfe Unkraut jäten, schlage Bäume und Sträucher, um mehr Ackergrund zu bekommen. Wir pflanzen Wassermelonen, Mais, Kürbisse, Süßkartoffel und anderes Gemüse an. Ich helfe auch bei den Hausarbeiten, ich koche, wasche und putze alles. Ich passe auf die Tiere auf, auf das Pferd, den Esel, das Schaf, auf Hühner und Schweine. Ich hoffe, hier viel dazuzulernen und hoffe sehr, dass ich es schaffe, ein guter Schüler zu sein. Euer Gilmar An der Familienlandwirtschaftsschule, die Gilmar besucht, erhalten junge Menschen aus ärmsten Verhältnissen eine umfassende und alternative Ausbildung, die speziell auf biologische Anbaumethoden ausgerichtet ist.
Josef Laner
Josef Laner

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