Petra Theiner, Emma Volgger Pichler und der Direktor des Schulsprengels Latsch Werner Altstätter.

Ihr Lohn sind leuchtende Kinderaugen

Publiziert in 8 / 2006 - Erschienen am 20. April 2006
Latsch – Sie hat sich vom unbeschreiblichen Elend aufrütteln lassen und versucht nun selbst aufzurütteln. Immerhin ist es ihr gelungen, 270 quirlige 11 bis 13-jährige Kinder zwei Stunden lang zu beeindrucken und ruhig zu halten. Petra Theiner aus Prad war von Emma Volgger Pichler, Lehrerin für technische Erziehung und Initiatorin des Projektes „Kinder helfen Kinder“, nach Latsch eingeladen worden, um von ihrer Reise nach Indien zu berichten. Was die energische Praderin im Großen Saal der Mittelschule an die Wand projizierte, verschlug ausnahmslos allen Jugendlichen die an sich „coole“ Sprache. Die Bilder von geschwächten Menschen, die nicht einmal mehr die Kraft aufbrachten, sich vor hungrigen Ratten zu erwehren, machten es schwer, mit einem üppigen Pausenbrot in der Hand wieder in die Wirklichkeit zurück zu kehren. Die im Gastgewerbe tätige 34jährige Petra Theiner aus Prad hat vor Jahren gerade auf solche Bilder hin den Entschluss gefasst, die heile und geordnete Welt im Vinschgau hinter sich zu lassen und sich den Ärmsten auf den Straßen in Kalkutta, den Hoffnungslosen im Sterbehaus der Mutter Theresa und den Rachitiskindern im gebirgigen Norden Indiens zu widmen. Seither sammelt sie unermüdlich Geld für die Projekte der „Südtiroler Ärzte für die Dritte Welt“und regt Patenschaften an. „Was bleibt, sind leuchtende Kinderaugen“, erzählte sie, „und die Erkenntnis, dass diese Menschen im Herzen reicher und zufriedener sind als wir es je sein können. Wer auf seinen täglichen Kaugummi verzichtet, ermöglicht einem Kind in Indien den Schulbesuch, die medizinische Betreuung und genügend zu essen für einen Tag; mit 28 Cent pro Tag – also mit 103 Euro im Jahr bekommt das Leben dieses Kindes eine Zukunft.“
Günther Schöpf
Günther Schöpf
Vinschger Sonderausgabe

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