In Schlanders rauschten die Gelder

Publiziert in 4 / 2005 - Erschienen am 3. März 2005
Cash - Und ewig rauschen die Gelder". Das ist nicht etwa das wohltuende Geräusch in der Gemeindekasse von Schlanders, sondern der Titel einer Komödie von Michael Cooney, die unlängst von der Theatergruppe Kortsch präsentiert wurde. Aber natürlich ging es auch hier um den schnöden Mammon. Fast könnte der Titel irreführen. Im Stück geht es nämlich um die bürokratischen Irrungen und Wirrungen des Wohlfahrtsstaates, - und wie man sich bereichern kann, wenn man den Amtsschimmel gut zu reiten versteht. Diese Komödie, vom Autor selbst wohl wegen des irrealen Handlungsablaufes als Farce bezeichnet, wäre aber keine Komödie, wenn nicht die Verteidigung der unverhofften finanziellen Segnungen zu einem humoresken Spießrutenlauf für alle Protagonisten geraten würde. Die Theatergruppe Kortsch, ein Kleinod in der Südtiroler Amateurtheaterszene, hat in der Inszenierung von Konrad Lechthaler ein wahres Bühnenfeuerwerk abgebrannt und es an nichts fehlen lassen, das eine Komödie für das Publikum so beliebt macht. Von den Kortschern ist man bereits gewohnt, dass sie über ein hervorragend disponiertes und homogenes Theaterensemble verfügen – hervorzuheben ist diesmal Martin Trafoier, der in der Rolle des Hermann Bauer alle Register eines Laienschauspielers zieht. Mal keck und anmaßend, im nächsten Moment ein Häufchen Elend, aber immer liebenswürdig beseelt vom Gedanken, die Story einem guten Ende zuzuführen. Das Vinschger Publikum hat das Rauschen der Gelder offensichtlich genossen und ist nach dieser irren Unterhaltung wohl zum selben Schluss gekommen wie Manfred Hinrichs in seinem Zitat: "Das Geld ist notwendig, aber nicht ausreichend. Es ist aber notwendig, dass es ausreichend ist, damit es nicht mehr notwendig ist". Peppe Mairginter
Vinschger Sonderausgabe

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