Katzenjammer in Laatsch

Publiziert in 7 / 2007 - Erschienen am 28. Februar 2007
Eine makabre Trauerstimmung herrschte am Aschermittwoch in Laatsch. Mit Trauerfahne, Totengräber, Pfarrer, Kranzträger und Ministrant, einem schwarzen Sarg und drei „Plärrweibern“ wurde die Laatscher Fasnacht zu Grabe getragen. Begleitet von Ziehharmonikamusik und dem „Geplärre“ der Burschen, die sich als Totenweiber verkleidet hatten, zog die kleine Trauergesellschaft klagend und jammernd durch das kleine Dorf. Mitgetragen wurden auch mit Luft gefüllte „Foschtawürscht“. Die Trauerstimmung hob sich nur während der Einkehr in die verschiedenen Gasthäuser und endete pünktlich zur Mittagszeit, zu der gemäß altem Brauch die Fasnacht begraben sein muss. Erzählungen zufolge sollen einmal einige „Trauergäste“ sogar nach Schleis gezogen sein und dort die Kirchenglocken geläutet haben. Die Begräbnisfeier wiederholt sich alle zwei Jahre, doch weil das Fernsehen den alten überlieferten Brauch filmen wollte, wurde heuer eine „Zusatzbegräbnis“ eingeschoben. „Die Seffa holt olm eppas kopp, an Regaschirm oder a Latearn“, erinnert sich Emma Blaas an frühere Zeiten, als ihr Mann noch einen der verkleideten Trauergäste darstellte. Heute ist es ihr Sohn und dessen Kollegen, die sie in ihrer Stube einkleidet. „I hon a bissl an Fosnochtfimml“, sagt Emma Blaas und schreitet stolz hinter ihrem „Trauerzug“ hinterher. In Laatsch dauert die Fasnacht halt um einen halben Tag länger!
Ingeborg Rainalter Rechenmacher
Ingeborg Rainalter Rechenmacher
Vinschger Sonderausgabe

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