Der Medienpädagoge Helmar Oberlechner

Kinder, Fernseher und Computerspiel

Publiziert in 5 / 2007 - Erschienen am 14. Februar 2007
Glurns - Zu einem vergnüglichen Vortragsabend zum bewussten Umgang mit Fernsehen und Computerspiel lud kürzlich der Katholische Familienverband, Zweigstelle Glurns ein. Der Referent, der bekannte Medienpädagoge Helmar Oberlechner aus Innsbruck leitete den Abend mit der Feststellung ein, dass es viel Gefährlicheres als Fernsehen und Computer gibt. Fernsehen und Computerspiel sind, so der Referent, längst fester Bestandteil unseres Lebens geworden. Von klein auf konsumieren Kinder Fernseh- und Computerspiele im großen Ausmaß. Die Medien können zu Recht als Miterzieher bezeichnet werden. Das Faszinierende am Bildschirm sind seine Möglichkeiten, Spiel und Unterhaltung, Erholung und Entspannung, oft auch Geborgenheit oder Familienersatz und einen ungeheuren Schatz an Informationen zu bieten. Filme und Spiele wirken durch realistische Bilder und Töne über die Gefühle des Zuschauers. Dieser empfindet Angst, Trauer, Freude, Ärger...: über Identifikationsfiguren leidet er einflusslos mit. Damit diese Medien positiv und lehrreich für Kinder sind, plädierte der Medienpädagoge für folgende Regeln: Kinder so wenig wie möglich alleine Fernsehen und Computer spielen lassen, den Film- und Spielekonsum kontrollieren (gute Spiele sind zu finden unter www.bupp.at), Aufarbeiten des Filmerlebnisses durch Sprechen, Malen usw., Auslauf nach Fernseh- und Computerzeit, Einhaltung einer Ausrauchphase (Kinder nicht sofort nach dem Fernsehen ins Bett schicken), Alternativen (Basteln, Spielen, Malen, Tanz, Sport, usw.) bieten, Stärkung der Persönlichkeit von klein auf, sowie eine gewaltarme Erziehung. Die häufigste Frage, die ihm bei seinen Vorträgen gestellt wird, nämlich wann es zu viel ist, beantwortet Oberlechner mit der Antwort, die ihm ein Junge auf diese Frage gegeben hat, nämlich „wenn ich zu sonst nichts mehr komme.“
Silvia Gasser
Vinschger Sonderausgabe

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