Familie Erich und Melanie Eberhöfer mit ihren Kindern Leon, Nadine und Tamara sowie den Ehrengästen.

Landwirtschaft braucht Solidarität der anderen

Publiziert in 3 / 2006 - Erschienen am 8. Februar 2006
Schlanders – „Der Bauer steht zunehmend im Spannungsfeld zwischen Wirtschaften und Landschaftspflege“, sagte Bezirksobmann Andreas Tappeiner bei der diesjährigen Bezirksversammlung des Südtiroler Bauernbundes in Schlanders. Dieser Leistungsdruck verlange ein verstärktes Selbstbewusstsein der Bauern und die Solidarität der anderen Wirtschaftszweige. Andreas Tappeiner warf einen Blick zurück auf das vergangene Landwirtschaftsjahr, das geprägt war von den Trockenschäden in der Berglandwirtschaft und den Winterschäden im Obstbau. Im Zuge der Ausklammerung der Talsohle aus dem Nationalpark wurde die Vorgangsweise des Landesamtes für Landschaftsschutz in Frage gestellt. „Es geht nicht an, dass Beamte ihre Hand auf die ausgeklammerten Gebiete legen, ohne die Landnutzer mit einzubinden“, bemängelte der Bezirksobmann. Die verstärkte Wildentnahme im Nationalpark durch die „selecontrollori“ (Abschussspezialisten) würde hingegen sehr begrüßt. Zum Thema Wasserversorgung forderte Tappeiner die Zuständigen auf, die Restwassermengen erst nach der landwirtschaftlichen Nutzung festzulegen. Die Bezirksleitung des Südtiroler Bauernbundes hat beschlossen, sich aus der polemischen Diskussion zum Thema „Verkehr“ herauszuhalten, so Bezirksobmann Tappeiner. Der Bauernbund habe sich schon immer für eine sanfte, Grund schonende Verbesserung der Vinschger Straße und der Wohnqualität ausgesprochen. EU geht neuen Weg in der Förderung Infolge der EU-Osterweiterung gehen zukünftige Geldmittel verstärkt dorthin, wo es keine Vollbeschäftigung und hohen Einkommen gibt, sagte Landeshauptmann Luis Durnwalder auf der Bezirkstagung. In Zukunft werden von Brüssel nur noch einige Programme zur Entwicklung des ländlichen Raumes finanziert werden. Inhalte dieser ländlichen Entwicklungspläne sind eine hohe Lebensqualität, Vollbeschäftigung und andere Maßnahmen zur Verhinderung der Abwanderung, notwendige Infrastrukturen, effiziente Telekommunikationsverbindungen und eine garantierte, flächendeckende Energieversorgung. Wenngleich Südtirol nicht die besten Voraussetzungen für eine EU-Förderung besitzt, so sprechen doch einige wesentliche Faktoren dafür: Südtirol ist eine Bergregion und zudem ein Grenzgebiet mit drei Sprachgruppen. Außerdem haben die bisher durchgeführten Förderprogramme durchwegs positive Ergebnisse erzielt. Vinschger Bauernladen wie ein erweiterter Hofladen „Der Vinschger Bauernladen ist ein gutes Beispiel gelebter Zusammenarbeit zwischen Produzenten untereinander und den Kunden gegenüber“, freute sich Martin Aurich, Obmannstellvertreter des Vinschger Bauernladens. Seit April 2005 geöffnet, erfreut sich das „Kind unseres Tales“ zunehmender Beliebtheit bei Touristen und Einheimischen. „Der Einheimische ist uns ein sehr wichtiger Kunde“, betonte Aurich. Obmann Karl Luggin bezeichnete den Bauernladen als einen erweiterten Hofladen und eine Bereicherung für das ganze Tal. Aus den anfänglichen 28 Produzenten mit 280 Erzeugnissen sind heute 60 Produzenten (darunter 6 Genossenschaften) mit einer Palette von 550 Produkten geworden. Die besten Umsatzträger sind verarbeitete, veredelte Produkte wie Wein, Speck, Würste, Honig und Kräuterprodukte. Der Vinschger Bauernladen öffnet am 24. Februar wieder seine Tore. Erbhofurkunden an zwei Vinschger Bauernfamilien Seit dem Jahre 1982 gibt es in Südtirol eine durch Landesgesetz geregelte Anerkennung des Erbhofes. Diese Auszeichnung erhält jene Familie, die seit mindestens 200 Jahren in direkter Erbfolge einen landwirtschaftlichen Betrieb führt. Bei der Bezirksversammlung in Schlanders wurde der Familie Sebastian und Christine Rechenmacher vom Koflhaushof in Vetzan sowie der Familie Erich und Melanie Eberhöfer vom Riedhof III in Meiern in Martell eine Erbhofurkunde sowie ein Adlerschild überreicht. So bitte nicht, Herr Landeshauptmann! Bei allem Respekt Ihrer rhetorischen Kompetenz gegenüber haben Sie die aufmerksamen Zuhörer auf der Bezirkstagung mit einer derben, frauenfeindlichen Redewendung überrascht, die für großen Unmut gesorgt hat. Der Vergleich, den Sie machen wollten, war zwar verständlich, aber für Aussprüche wie „lieber die b`soffne Pfott oder das volle Fassl?“ haben nicht nur Frauen kein Verständnis. (inge)
Ingeborg Rainalter Rechenmacher
Ingeborg Rainalter Rechenmacher
Vinschger Sonderausgabe

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