Aufmerksamkeit in der Aula Magna der HOB

Medien kritisch beleuchtet

Publiziert in 24 / 2004 - Erschienen am 16. Dezember 2004
Ende November nahmen die Schüler der HOB in Schlanders die Berichterstattung von Südtiroler Zeitungen unter die Lupe. Sie stellten Vergleiche an, hinterfragten und hielten den Journalisten den Spiegel vor. Den Abschluss bildete eine Podiumsdiskussion, geleitet von Herbert Raffeiner, mit den Medienvertretern Christine Losso (Tageszeitung), Erwin Bernhart (Der Vinschger), Francesco Palchetti (Alto Adige), Johannes Kofler (Forum Schule Heute). Josef Rohrer (FF) musste krankheitshalber absagen. Toni Ebner entschuldigte sich schriftlich: Zu kurzfristig, niemand sei abkömmlich. Martin Daniel saß als kritischer Medienbeobachter am Podium. Losso beschrieb den harten Kampf der "Tageszeitung" als Gegenpol zur "Wahrheit" der “Dolomiten”. Sie forderte auf, Meldungen immer von mehreren Seiten zu betrachten. "Der Vinschger" habe sich als Bezirksblatt etabliert und Identität gestiftet, erklärte Chefredakteur Bernhart. Man sei bestrebt, verschiedene Meinungen aufzugreifen, kritisch zu sein, ohne die Würde des Menschen zu verletzen. Auf die Frage, wie es angesichts der schleichenden Umarmungen durch die Athesia mit dem Blatt weitergehe, antwortete er: "Geschäftsanteile sind in Bewegung geraten. Derzeit herrscht eine Patt-Situation. Wir wissen nicht, was passiert". Der "Alto Adige" als Sprachrohr der italienischen Bevölkerung habe im Laufe der Jahre auch deutsche Leser erobert und trage wesentlich zur Meinungsvielfalt in Südtirol bei, unterstrich Palchetti. Kofler verglich die Arbeit der Schreiber mit einem Tanz auf dem Vulkan. Er behauptete: "Objektivität und Unabhängigkeit des Journalismus ist eine Illusion." Direkt oder indirekt unterliegen Zeitungsmacher dem Druck von verschiedenen Seiten. Ein kritischer Leser brauche deshalb eine Vielfalt im Angebot und einen offenen Blickwinkel. Es gelte, subjektive Berichte zu filtrieren und zwischen den Zeilen zu lesen. Daniel unterstrich die Bedeutung der Medien für die Demokratie. Sie kontrollieren, decken auf, machen auch Stimmung. Letztendlich entscheide der Leser selbst, welche Meinung er sich bildet.
Magdalena Dietl Sapelza
Vinschger Sonderausgabe

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