Gegenseitig aushelfen wollen sich die Gemeindepolizisten des Vinschgaus.

Miet dir einen „Bullen“

Publiziert in 22 / 2012 - Erschienen am 6. Juni 2012
Latsch - Für den freiheitlichen Gemeinderat Sepp Kofler ist es eine reine Geldeintreiberei. Er stimmte gegen den Gemeinden übergreifenden Polizeidienst im Vinschgau. Es hatte in der jüngsten Ratssitzung eine intensive Diskussion über den Vorschlag der Bezirksgemeinschaft gegeben. Bei schütterer Teilnahme - von 20 Räten und Referenten saßen 13 im Saal - kam es zum Mehrheitsbeschluss, dass die Verwaltung in Latsch ein Stundenkontingent von zwei Mal 25% für Dienste außerhalb der Gemeinde zur Verfügung stellen werde. Ab Juni will die Marktgemeinde nämlich wieder mit zwei Uniformierten auftreten, darunter einer Polizistin. „Es geht vor allem um die Bewältigung der Strafmandate“, erklärten Bürgermeister Karl Weiss und Referent Christian Stricker. „Wir haben bewiesen, dass wir maßvoll vorgehen und zuerst warnen, bevor wir strafen“, meinten sie auf die Befürchtungen der Räte Hans Rungg und Harald Plörer hin, dass ein „arroganter Polizeiapparat“ entstehen könnte. Der Dienst werde vor allem von den kleineren Gemeinden gewünscht, informierte Walter Theiner. „Aber sie sind nur da, wenn arbeitende Bürger zu Mittag nach Hause fahren; sie sind nie da, wenn irgendwo Jugendliche randalieren“, warf Kofler ein. Nach Sekretär Georg Schuster müsse tatsächliche eine Lösung gesucht werden, da die meisten Gemeinden am Einsatz bei sonntäglichen Großereig­nissen interessiert seien.
Günther Schöpf
Günther Schöpf
Vinschger Sonderausgabe

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