Nicht rauchen ist besser, aber nichts „G’scheids“

Publiziert in 20 / 2005 - Erschienen am 20. Oktober 2005
„Der Vinschger“ hat sich in Mals umgehört und hat Raucher zum Thema „Nichtrauchen in öffentlichen Lokalen“ befragt. Grundsätzlich befürworten auch die Raucher, dass es ohne den Qualm besser sei. Dennoch ist es nicht einladend, wenn der Barbesucher die Zigarette vor der Tür rauchen muss. Manuela Gamper (30 Jahre), Köchin, Ultental: Ich rauche, ja, dennoch finde ich es positiv, dass nicht mehr geraucht werden kann. So brauche ich weniger Zigaretten. In meiner Wohnung zünde ich mir auch keine Zigarette an. Emil Thurin (56), Angestellter in St. Moritz in der Schweiz, Prad: Nein, das ist nichts „G’scheids“ für die Raucher. Ok, im Restaurant beim Essen da muss nicht geraucht werden, aber in einer Bar sehe ich es anders. Im Winter ist es ein Problem, ich muss draußen rauchen, dann gehe ich in die Bar und trinke meinen Kaffee. Romina Brugnola (36), Kauffrau, Mals: Mir passt es schon, dass nicht mehr geraucht werden kann, im Büro zum Beispiel oder im Restaurant. Wenn einem die Bar gehört, wie etwa meiner Schwester, dann ist es schade, dass man keine Wahl hatte. Dieses Anti-Raucher-Gesetz ist nicht demokratisch. Wir haben sicher Kunden verloren. Einen eigenen Raum für die Raucher bauen, nein, das ist nicht machbar, weil zu teuer. Roman Waldner (29), Kellner, Schleis: Auf einer Seite ist das Nichtrauchen ok, aber in den Bars und in den Discos sollte es noch erlaubt sein. Ich rauche draußen wie alle anderen auch, rauche damit weniger als die Hälfte im Vergleich zu früher. Das Gesetz ist einfach zu extrem, die Raucher werden ja beinahe wie Aussätzige behandelt. Silvia Trafoier (24), Verkäuferin, Graun: Es ist einerseits gut, dass nicht mehr geraucht werden darf. Es war immer unangenehm, wenn man am Abend nach Hause ging und die Kleider hatten den starken Geruch an sich. Ich rauche in meiner Wohnung auch nicht. Wenn ich etwas trinken gehe, rauche ich eben draußen, auch wenn dies nicht fein ist. Josef (Peppi) Lindenthaler (82), Rentner, Mals: Das kommt der Freiheit berauben gleich, das ist eine „demokratische Diktatur“. Im Sommer ist es kein Problem, da kann man auf der Terrasse sitzen. Im Winter ist es ein Problem. Auch für die Raucher sollte es noch einen Platz geben.
Vinschger Sonderausgabe

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