„Pazlung“

Publiziert in 46 / 2012 - Erschienen am 19. Dezember 2012
Wissen Sie, womit sich Chasmologen beschäftigen? Man glaubt es kaum – mit dem Gähnen. Scheint aber weder eine besonders aufregende noch weit verbreitete Wissenschaft zu sein. Ebenso wenig dürfte die Pemmatologie bekannt sein. Ihr Beschäftigungsfeld ist zwar genauso alltäglich wie das Gähnen, aber wesentlich attraktiver und schmackhafter. Wer den Titel dieses Beitrags gelesen hat, kann sich schon denken, was Pemmatologen sind: Brotforscher. Ein Beispiel. Die Pazlung (auch: Parzlung, Pårzlung) ist im ganzen Vinschgau bekannt. Es sind schmale, längliche oder auch hufeisenförmige Brote. Der Name geht auf das rätoromanische „pez lonk“ zurück, was „langes Stück“ bedeutet. Die Interessen des Brotforschers gehen natürlich weit darüber hinaus, der Vinschgau ist diesbezüglich sehr ergiebig: Fourschloogpaarlan, Paalapiiraprout, Schmålzschnuutn und Vieles mehr. Noch ein Gedanke zum Schluss. In einer Millionenstadt wie Wien werden jedes Jahr etwa 2 Millionen kg Brot vernichtet. Vielleicht sollten zukünftige Forschungsmilliarden der Morologie zugute kommen – der Lehre von der Dummheit.
Christian Zelger
Christian Zelger

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