„S’ Bahndl“ ist schon vielen ans Herz gewachsen

Publiziert in 10 / 2006 - Erschienen am 17. Mai 2006
Klein, aber fein. So sollte es sein und so war es auch, das erste „Geburtstagsfest“ für die neue Vinschgerbahn am 6. Mai am Bahnhof in Schlanders. Die Idee, den Geburtstag der Bahn alljährlich Anfang Mai an einem anderen Bahnhof zu feiern, war vom Verein „Freunde der Eisenbahn“ ausgegangen. „Für uns als Gemeinde ist es eine Freude und eine Ehre, den ersten Geburtstag unserer Vinschgerbahn hier in Schlanders feiern zu können,“ sagte Vizebürgermeisterin Monika Holzner Wunderer. Sie dankte allen, die zur Feier beigetragen haben, nicht zuletzt auch Rudi Schönthaler, dem Pächter des Bahnhofcafès. Obschon es etwas regnete, waren viele Bahnfreunde nach Schlanders gekommen, einige auch mit dem Fahrrad. Bei Musik mit Ricci und bei Gegrilltem wurde auf die einjährige Erfolgsgeschichte der Bahn zurückgeblickt. Unter den Ehrengästen waren auch einige Bürgermeister zu finden, so etwa Erwin Wegmann aus Schluderns oder Arnold Schuler aus Plaus, seines Zeichens auch Präsident des Gemeindenverbandes. Georg Schedereit feierte ebenso mit wie Helmuth Moroder, der Betriebsleiter der Bahn-Infrastruktur und viele Mitglieder des Vereins „Freunde der Eisenbahn“ mit Präsident Walter Weiss an der Spitze. Dieser freute sich, dass die Bahn schon fest in der Bevölkerung verwurzelt ist. Auch Zeichnungen der 4. Klasse der Grundschule Schlanders waren zu bewundern. Der Modelleisenbahnclub Schlanders lud zudem zur Besichtigung seiner Räume ein. Seiner Linie treu blieb mit einer bissig-ironischen und teils überspitzten „Predigt“ an alle „Gläubigen der Eisenbahn“ Peppi Feichtinger. Auch mit Seitenhieben gegen Senator Manfred Pinzger wartete er auf. Pinzger stellte dazu bei der Gemeinderatssitzung am 12. Mai fest: „Bestimmte Theaterschreiber sind offensichtlich noch immer nicht imstande, Wahlergebnisse zu akzeptieren.“ Die junge Vinschger Autorin Selma Mahlknecht aus Plaus hatte eigens für das Fest ein Gedicht verfasst, das Monika Holzner Wunderer vortrug (siehe Kasten). Geburtstogsstandl für die Vinschger Bouhn Iaz foohrt des Baahndl schun a Joohr do im Vinschgau auf und oor. Daweil hosch vourher ollm keart, dass aus der Soch jo decht nicht weart. Birgermoaschter und Assessor, Epflbauer und Professor, die Leser von der Dolomiten – wos hom de ummanondergstrittn! Des wor ingaling leimear fad. Iatz obr sein sie olle staat und staunen, wia des Ziegl ziacht, wenn’s iber seine Schienen kriacht. Junge Hupfer, olte Naandl – olle foohrn mit dem Baahndl. Am Unfong hom sie viel probiert, semm hot no nit olls funktioniert. Im Zug drin hosch a Stimm vernummen, semm hot die Aussproch seltn gstummen. A hom sie ins long gratis gfiahrt, ersch iaz ingach wird kontrolliart. Lai isch a iaz nou, noch an Joohr, nit grod olls wunderboor. Zun Sitzn ischs jo fain und schian, lai muaß man leider a oft stian. Voll Poppawogn, Radln, Lait mocht des Zugfohrn kuane Fraid. Wenn die Lait zu eng sich drengen, muaß man an Waggon ounhengen, und a die Radln, muaß man sogn, brauchatn an oagenen Wogn. Der Fohrplan war zu revidieren, dass Bus und Zug sich alternieren. Und in Meran isch mit der Bouhn laider nou nit viel getoun. Vom Bouhnhouf in die Stodt zu kemmen, mechasch gearn an Stodtbus nemmen, lai bis du onni kimmsch zur Stroß, fohrt er weck vour dainer Noos. Sou wearn die Jungen schlonk und schian, wenn sie zu Fuaß ins Zentrum gian, lai die Oltn und die Kronken kennen sich wiedramol bedonken. Iatz wellmer nit lai kritisieren, miar sain a do zum Gratulieren. Es isch, sell wissmer, nicht perfekt, weil im Detail der Tuifl steckt. Im Gonzen obr und im Groubn konn man des Ziegl wirklich loubn. Der Kuchen soll a Zoachn sein, dass miar ins af die Zukunft frain, wou der Zug, grod wia der Toag, von seiner Zuggerseit sich zoag. Es Kerzl ober sogg ins sell: Noch jedn Tunnl werds gach hell. Selma Mahlknecht
Josef Laner
Josef Laner
Vinschger Sonderausgabe

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