Die Kaufleute Führung zu Besuch bei der kleinen Ortsgruppe Laatsch: v.l.: Paula Pobitzer Schuster, Walter Holzeisen, Dieter Steger, Kurt Zierhöld, Peter Schuster und Sonja Wallnöfer.

Schicksalsgemeinschaft in der Pflicht

Publiziert in 23 / 2004 - Erschienen am 2. Dezember 2004
Die Erhaltung der Nahversorgung in den Dörfern hat sich der Kaufleuteverband auf seine Fahnen geschrieben. Beginnt diese abzubröckeln, haben die Konsumenten, der Tourismus, die Landwirtschaft und die vielen Beschäftigten im Handel das Nachsehen. "Es ist eine Schicksalsgemeinschaft, die sich in die Pflicht nehmen muss", erklärte Kaufleutepräsident Dieter Steger kürzlich beim Besuch der Ortsgruppe Laatsch. "Es geht um ein Umdenken, um die Bündelung aller Kräfte im Hinblick auf die gesellschaftspolitische Weichenstellung für die Zukunft." Wie schwer es ist, ausgestorbene Ortskerne wieder zu beleben, zeigen Beispiele aus Tirol. Dort hat sich das Geschehen vorwiegend in die Einkaufszentren verlagert, das Geld fließt zu den Konzernen außer Landes und historische Ortskerne verlieren an Attraktivität, für Einheimische und Gäste. Um dem hierzulande entgegenzuwirken und Bestehendes zu erhalten, brauche es laut Steger den Schulterschluss der Wirtschaftstreibenden, der Konsumenten und der Politik. Es gelte, an den geltenden Urbanis-tikbestimmungen festzuhalten und sie nicht aufzuweichen. "Detailhandel in Gewerbezonen sind Schritte in die falsche Richtung", so Steger. Die Gemeindeverwaltungen seien aufgerufen, Ansiedlungen in den Zentren zu fördern, indem sie durch Infrastrukturen, wie z. B. Parkplätze, entsprechende Voraussetzungen schaffen. Gemeinsame Aktionen aller Wirtschaftszweige sind gefragter denn je, um den Einkauftouren außerhalb der Region entgegen zu wirken. Gemeinsames Handelm scheitert mancherorts an der Engstirnigkeit von Einzelkämpfern. "Diese Mentalität gilt es aufzubrechen", sagt Steger, "damit Synergien greifen können." Projekte zur Förderung dieser Synergien sind in Vergangenheit oft in den Kinderschuhen stecken geblieben. “Auf diesem Gebiet ist es schwer, einen Konsens zu finden”, erklärt der Laatscher Ortsobmann, Peter Schuster. Als positives Beispiel in diesem Zusammenhang nennt er die Marteller Erzeugergenossenschaft MEG. Bei der ganzen Thematik darf nicht außer Acht gelassen werden: Erfolg oder Misserfolg von Aktionen führt nicht zuletzt über den Preis.
Magdalena Dietl Sapelza
Vinschger Sonderausgabe

Diese Seite verwendet Cookies für funktionale und analytische Zwecke. Lesen Sie unsere Cookie-Richtlinien für weitere Informationen. Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich damit einverstanden.