Schließung wäre „gesundheitspolitische Bankrotterklärung“

Publiziert in 33 / 2014 - Erschienen am 24. September 2014
Vinschgau - Die Bürgermeister der Vinschgauer Gemeinden verweisen auf die Presseaussendung vom 4. August 2014 und fordern die zuständige Landesrätin und die gesamte Landesregierung erneut mit Nachdruck auf, die Geburtenabteilung im Krankenhaus Schlanders langfristig zu sichern und alles zu unternehmen, damit diese immens wichtige medizinische Grundversorgungseinrichtung bestehen bleibt. Die Argumente, die bereits in der ersten Aussendung ins Feld geführt wurden, werden vollinhaltlich bestätigt. Zugleich ist es für den Vinschgau völlig inakzeptabel, das Krankenhaus Schlanders mit den Krankenhäusern von ­Sterzing und Innichen gleichzustellen, da die Voraussetzungen unterschiedlicher nicht sein könnten. Der Vinschgau ist flächenmäßig einer der größten Bezirke Südtirols; die geografische Ausdehnung des Versorgungsgebiets ist grundlegendes Kriterium für die Aufrechterhaltung von medizi­nischen Grundversorgungseinrichtungen, denn laut internationalen Standards muss eine Geburtenabteilung innerhalb max. einer halben Stunde erreichbar sein. Durch die Schließung der Geburtenabteilung im Krankenhaus in Schlanders wäre dieser Standard nicht mehr zu halten. Das Einzugsgebiet des Krankenhauses Schlanders ist größer als jenes der Krankenhäuser von Sterzing und Innichen zusammen. Die Distanz von Reschen nach Meran beträgt 80 km. Dies sind Entfernungen, die es bei der doppelten Dichte von Krankenhäusern im Osten des Landes nicht gibt. Wichtig ist zu erwähnen, dass im Krankenhaus in Schlanders bereits durch die Schaffung der so genannten Mutter-Kind-Abteilung erfolgreich Rationalisierungs- und Optimierungsmaßnahmen umgesetzt wurden. Die steigende Anzahl der Geburten belegt dies eindrucksvoll. Die Forderung der Bürgermeister aller Vinschgauer Gemeinden ist deshalb mehr als berechtigt. Sie kündigen ihren ganzen Widerstand gegen die im Raum stehenden Schließungstendenzen an, auch wissend, dass die gesamte Bevölkerung hinter der Forderung der Bürgermeister steht. Selbstredend sind Sparmaßnahmen in Zeiten der immer knapper werdenden Geldmittel unabdingbar, aber man kann nicht das sprichwörtliche „Kind mit dem Bade ausschütten“. Jede andere Entscheidung als eine Beibehaltung der fundamentalen Geburtenabteilung für den gesamten Bezirk Vinschgau wäre nicht hinnehmbar und käme für den Westen des Landes einer gesundheitspolitischen Bankrotterklärung gleich. Andreas Tappeiner (Präsident der Bezirksgemeinschaft Vinschgau und BM Laas), Dieter Pinggera (BM der Standortgemeinde Schlanders), ­Heinrich Noggler (BM Graun), Ulrich Veith (BM Mals), Erich Wallnöfer (BM Glurns), Hermann Fliri (BM Taufers i.M.), Erwin Wegmann (BM Schluderns), Hubert Pinggera (BM Prad), Hartwig Tschenett (BM Stilfs), Helmut Fischer (BM Latsch), Georg Altstätter (BM Martell), Gustav Tappeiner (BM Kastelbell-Tschars), Karl Josef Rainer (BM Schnals), 15.09.2014

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