Eine illustre Runde auf dem Stilfserjoch (von links): der Meraner Kurpräsident Rainer Schölzhorn, der Ex-Bürgermeister von Schluderns Kristian Klotz, Weinkenner und Weinerzeuger Hubert Pohl und Graf Johannes Trapp

Schmeckt Wein auf dreitausend Meter Höhe besser?

Publiziert in 15 / 2005 - Erschienen am 4. August 2005
Die Erfahrung, dass Gutes in der Höhe noch besser schmeckt, haben die Volksbank Sondrio und die Handelskammer des Veltlin zu einem interessanten Experiment angeregt. Dieses wurde kürzlich Gästen aus der Schweiz, der „Valtellina“ und Südtirol auf dem Stilfserjoch präsentiert. Die Ernährungswissenschaftlerin Lorena Gandossini vom Fachinstitut Fojanini in Sondrio erläuterte die Vorgangsweise, durch die überprüft werden soll, ob Wein, der auf einer Meereshöhe von rund 3000 Meter gelagert wird, durch den Alterungsprozess seine Qualitäten verbessern kann. In dieser Höhe werden in der „Banca del vino" über einen Zeitraum von zehn Jahren ausgesuchte Qualitätsweine wie beispielsweise der Kellerei Sertoli Salis aus Tirano eingelagert. Jährlich werden dann zweimal eine breit angelegte chemische Analyse und eine Verkostung durch spezialisierte Sommeliers durchgeführt. Dieselbe Vorgangsweise wird mit einer am Talboden gelagerten identischen Auswahl von Weinen durchgeführt. Die Ergebnisse dieser nach allen Regeln der Sommelierskunst und nach den chemischen Parametern überprüften Weinproben werden dann verglichen, um festzustellen, ob sich die Lagerung in großer Höhe positiv auf die geschmackliche Entwicklung und die Qualität des Weines auswirkt. Man darf auf die Resultate dieses Experiments gespannt sein, könnte sich doch dadurch ein ganz neuer Trend in der Alterung von Qualitätsweinen ergeben. Auch der famose „Gambero rosso" eine der bedeutendsten Qualitätsüberprüfungseinrichtungen in Italien und weltweit, hat bereits sein Interesse an den Ergebnissen des Experiments angemeldet. Interesse angemeldet haben auch andere Branchen der Nahrungsmittelerzeugung, deren Produkte ebenfalls durch einen Lagerungsprozess erst ihren Geschmack und ihre Güte erhalten: Vielleicht wird auch die Reifung von Käse, Bresaola oder Speck von der Höhenlagerung positiv beeinflusst. Die Präsentation des Projektes hatte auch eine Reihe von Persönlichkeiten vor allem aus dem Vinschgau angezogen. So sah man unter anderen Gräfin und Graf Johannes J. Trapp von der Churburg, den Schludernser Ex-Bürgermeister Kristian Klotz mit Familie, den Kastelbeller Weinproduzenten Hubert Pohl vom Köfelgut, den bekannten Vinschger Speckerzeuger Walter Moser, den Meraner Kurpräsidenten Rainer Schölzhorn, den Nationalparkdirektor und Bozner Bürgermeisterkandidaten Luigi Spagnolli und den Leiter der Meraner Zweigstelle der Volksbank Sondrio Ewald Kiem. Abgeschlossen wurde die Veranstaltung am Stilfserjoch mit einem mitreißenden Konzert der Musikkapelle „Gaudenzio dell´Oca" mit Kapellmeister Michele Brambilla auf dreitausend Meter Höhe unter freiem Himmel. Für Heiterkeit vor allem bei den Frauen sorgten dabei die humorvollen Tanzeinlagen des Präsidenten des „Circolo Culturale della Val Venosta" Leonardo Pellissetti. (ch)

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