Bürgermeister Hermann Fliri

Schulneubau mit „Problemchen“

Publiziert in 32 / 2012 - Erschienen am 12. September 2012
Die neue Schule in Taufers i.M. findet nicht die ungeteilte Zustimmung der Bevölkerung und des Gemeinderates. Taufers.i.M. - Einige sind mit dem Standort nicht zufrieden und meinen, dass Taufers die Kinder ausgehen könnten, also hinaus geschmissenes Geld. Bürgermeister Hermann Fliri hat mit dem „Dem Vinschger“ über den Stand der Bauarbeiten und die Finanzierung gesprochen. : Herr Fliri, wie weit ist der Schulneubau? Fliri Hermann: Der Stand der Arbeiten ist sehr zufriedenstellend, der Zeitplan wird eingehalten. Wenn alles gut geht, kann das Schuljahr 2013/14 in der neuen Schule ablaufen. Als Generalunternehmen konnte die Firma Reinalter gewonnen werden; sie realisiert das ganze Bauwerk samt Einrichtung. Wie konnte es passieren, dass vorher eine provinzfremde Firma die Ausschreibung gewinnen konnte? Es scheint so, dass es bei diesen italienischen Firmen üblich ist, dass sie ein großes Abgebot machen und danach mit allen Mitteln versuchen, etwas heraus zu schlagen. Das ist ihnen bei uns zum Glück nicht gelungen, der Vertrag wurde einvernehmlich aufgelöst. Der Bau kostet jetzt wesentlich mehr. Wie hoch sind die Kosten jetzt? Es war uns von vornherein klar, dass beim Abgebot der italienischen Firma von 40% etwas nicht stimmen konnte. Entweder hat der Techniker falsch gerechnet oder die Landestarife sind zu hoch. Bei 40% Abgebot liegt es auf der Hand, dass die Landestarife zu hoch sind. Die Gemeinde hat doch überprüft, ob diese Firma in der Lage wäre, so billig zu bauen? Ja, wir haben das überprüft. Probleme gab es beim Beton. Diesen kann man nicht weit transportieren und die italienische Firma hat dann hier diesen Beton zu dem von ihr gebotenen Preis nicht erhalten. Wie hoch sind die Kosten jetzt nach dem Ausführungsprojekt? Nach dem letzten Stand sind es laut Kostencontrolling vom Juli 3.597.433,54 Euro für das gesamte Projekt, Einrichtung inbegriffen. Wir hoffen jedoch, noch Einsparungen zu erzielen. Nicht wenige sagen, dass es diesen Schulbau nicht gebraucht hätte. Jeder kann seine Meinung haben. Den finanziellen Stand der Gemeinde müssen in erster Linie der Bürgermeister und der Gemeindesekretär kennen. Wir müssen wissen, was wir uns jetzt und in Zukunft leisten können. Man muss unterscheiden zwischen Investitions- und Unterhaltungskosten. Zur Unterhaltung brauchen wir laufende Einnahmen. Mit den E-Werken, die wir schon haben, und den Photovoltaikanlagen können wir diese Summen aufbringen. Wir sind finanziell eine gesunde Gemeinde. Was die Landesbeiträge anbelangt, sind wir nicht gerade in einen glücklichen Moment hinein geraten sind. Früher hat das Land bis zu 90% finanziert. Wir zahlen heute über ein Darlehen 50% der Kosten selbst, aber das sind wir imstande. Es gab auch Polemiken bezüglich des Standortes direkt an der Straße. Es sind alle Vereine beigezogen worden und man hat dieses Konzept erarbeitet. Es haben viele mitgearbeitet und man war dafür, das Konzept so umzusetzen. In letzter Zeit verlaufen die Ratssitzungen nicht mehr so friedlich wie vielleicht früher. Spürt man hier schon einen Wahlkampf, weil Sie als Bürgermeister nicht mehr antreten wollen? Ich will nicht mehr? (lacht) Nein, ich darf nicht mehr. Das ist ganz in Ordnung, weil ich immer zur Mandatsbeschränkung gestanden bin. Aber ich glaube für einen Wahlkampf wäre das eindeutig verfrüht. Mein Ziel ist es noch, das Gemeindehaus umzubauen, auch dafür sind die Mittel vorhanden. Interview: Friedrich Haring
Friedrich Haring
Friedrich Haring
Vinschger Sonderausgabe

Diese Seite verwendet Cookies für funktionale und analytische Zwecke. Lesen Sie unsere Cookie-Richtlinien für weitere Informationen. Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich damit einverstanden.