Hauptinspektor Christoph Horrer

„Schuss“ auf die Bürokratie

Publiziert in 21 / 2012 - Erschienen am 30. Mai 2012
In 5 der 13 Vinschger Gemeinden gibt es keinen ­Gemeindepolizeidienst. Nun soll eine unbürokratische Zusammenarbeit ermöglicht werden. Schlanders - Um die Zusammenarbeit zu verbessern und vor allem das gegenseitige Aushelfen unbürokratischer zu gestalten, hatte man sich auf Bezirksebene auf eine Vereinbarung geeinigt, die nun allen Gemeinderäten zur Genehmigung vorgelegt wird bzw. bereits wurde. „Es geht darum, jenen Gemeinden, die keine Polizisten haben, auszuhelfen,“ sagte Bürgermeister Dieter Pinggera bei der Ratssitzung in Schlanders. Auch bei Großveranstaltungen sei ein unbürokratisches Zusammenspiel sehr zu begrüßen. In der Praxis werde es so sein, dass Polizeibeamte auch in Nachbargemeinden bestimmte Dienststunden versehen, „falls die Gemeinden um diese Dienste ansuchen und die Beamten auch verfügbar sind.“ Die Kosten tragen natürlich jene Gemeinden, welche die Dienste anfordern. Hauptinspektor Christoph Horrer klärte über die vielseitigen Aufgaben der Gemeindepolizisten auf. Zu tun gebe es immer mehr, auch deshalb, weil die derzeit knapp 100 Carabinieri im Tal (Graun bis Partschins) immer häufiger die Gemeindepolizeidienste (derzeit 10,25 Stellen im Vinschgau) um Mithilfe ersuchen. Die neue Verordnung tritt am 1. August in Kraft. Eine weitere Verordnung, welche die Ansiedlung von verwaltungstechnischen Arbeiten bei der Bezirksgemeinschaft vorsieht, soll ab 2013 gelten. „Versteckte Bezirkspolizei“ Von einer „versteckten Bezirkspolizei“ sprach Erwin Dilitz. Es sei nicht nachzuvollziehen, warum z. B. Seitentäler wie Martell oder Schnals, wo es Carabinieri-Stationen gibt, auch mit Gemeindepolizisten „beglückt“ werden sollen. Dieter Pinggera konterte, dass die Dienste nicht auferlegt, sondern von den Gemeinden gewünscht werden. Auch Horrer bestätigte dies. Hannes Ille gab zu bedenken, dass es z. B. für die Hinfahrt nach Schnals und zurück viel Zeit brauche: „Zahlt sich das für ein paar Dienststunden tatsächlich aus?“ Martin Daniel begrüßte die Verordnung: „Hier werden Synergien genutzt, Kirchtürme abgebaut und Geldmittel gespart.“ Spektisch bezüglich der starken Präsenz von Carabinieri, Staatspolizisten und Finanzern zeigte sich Erhard Alber. Die Verordnung wurde mit 18 Ja und einer Gegenstimme (Dilitz) genehmigt. 1.184 Verkehrstrafen in Schlanders Im Gemeindegebiet von Schlanders haben die Gemeindepolizisten im Vorjahr übrigens 1.184 Verkehrsstrafen ausgestellt. In 916 Fällen davon handelte sich um Falschparken. Die Zahl der Strafen wegen der Übertretung der Geschwindigkeit lag bei 88 und ist laut Horrer relativ gering. An Bußgeld wurden insgesamt 66.400 Euro eingenommen. Die Einnahmen aus Parkgebühren beliefen sich auf 187.000 Euro. Sepp Laner
Josef Laner
Josef Laner
Vinschger Sonderausgabe

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