Hermann Mager (stehend in der Bildmitte) stellte die Aktivsenioren Bayern vor.

Senior hilft Junior

Publiziert in 27 / 2012 - Erschienen am 11. Juli 2012
Pensionierte Südtiroler Führungskräfte könnten in Zukunft Jungunter­nehmern mit ihrer Erfahrung zur Seite stehen. Naturns - Das EURAC-Institut für Public Management stellte vor kurzem im Ratssaal von Naturns erstmals ein derartiges Konzept vor. Neben dem Naturnser Bürgermeister Andreas Heidegger nahmen Jungunternehmer und pensionierte Unternehmer an der Projektvorstellung teil. Für die Initiativ-Veranstaltung wurde Hermann Mager, der Vorsitzende des Vereins Aktivsenioren Bayern eingeladen. Der ehemalige Unternehmer schilderte die Si­tuation in Bayern: „Die Aktivsenioren sind Führungskräfte aus der Wirtschaft, Technik, selbstständige Unternehmer und Freiberufler, die ihr aktives Berufsleben hinter sich gelassen haben“. Rund 350 Experten im Ruhestand stellen sich in den Dienst von Wirtschaft und Gesellschaft und geben ihr umfangreiches Wissen und ihre Erfahrung honorarfrei weiter. „Als ehrenamtliche Helfer arbeiten wir für einen Deckungsbeitrag. Finanzieren können wir uns durch Spenden und Fördermitglieder“, erklärte Mager. Die erfahrenen Pensionisten setzen sich für Existenzgründer und Freiberufler, kleine und mittelständische Unternehmen aus Dienstleitung, Handel, Handwerk und Industrie ein. „Wir wollen jedoch nicht den Unternehmensberatern die Arbeit wegnehmen. Großbetriebe beraten wir nicht“, stellte Mager klar. Im Naturnser Ratssaal wurde daraufhin eifrig diskutiert. Es galt festzustellen inwieweit ein derartiges Projekt sich auch in Südtirol umsetzen ließe. Grundsätzlich wurde die Idee positiv aufgenommen. Einige Anwesende betrachteten das Konzept jedoch mit Skepsis. Der Eppaner Michael Eisenstecken, Gründungsmitglied des Hoteliers- und Gastwirteverbandes Südtirol (HGV) äußerte sich kritisch. „Wir sind in Südtirol sehr gut organisiert und haben funktionierende Verbände mit guten Leuten und finanziellen Mitteln“, so der frühere HGV-Funktionär. Weitere Bedenken, die Südtirols Altunternehmer äußerten, bezogen sich auf die Akzeptanz der Senioren. Man werde von den Jungen sowieso oft nicht ernst genommen und die Zeiten seien heute anders. „Es gibt nichts Schlimmeres als junge Menschen, die glauben alles besser zu wissen“, sagte die Malser Vizebürgermeisterin Sibille Tschenett. Der noch junge EURAC-Mitarbeiter Andreas Januth ergänzte, dass man an der Universität nicht alles lerne und bei vielen unternehmerischen Aspekten die Erfahrung eine große Rolle spiele. Bürgermeister Heidegger war der Meinung, dass man die ­„Initiative nicht als Alternative zu den Berufsverbänden sehen sollte, sondern als sinnvolle Ergänzung“. Einig waren sich die Teilnehmer darin, dass man die Idee auf alle Fälle weiterverfolgen sollte. Michael Andres
Michael Andres
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