Im Bild von links: Hannes Gamper (Bildungsausschuss), Michael Mantinger (JG-Ortsjugendreferent), Johann Tappeiner (Oberniederhof Schnals), Hans Tappeiner (Wohnhaus Familie Tappeiner Latsch), Olav Lutz (Wohnbauberater), Andreas Tappeiner (BM Laas), Klaus Oberhofer (Burg Latsch), Leonhard Resch (Arche im KVW) und Karlheinz Steiner (Wohnbaugenossenschaft Schluderns; betreut Idee vor Ort).

Sensibilisierung für das Bauen im Bestand

Publiziert in 46 / 2012 - Erschienen am 19. Dezember 2012
Eine sinnvolle Nutzung alter Bausubstanz ist möglich. In der Ausstellung „Weiterbauen am Land“ wurden viele­ Beispiele dafür gezeigt. Latsch - Die Wanderausstellung „Weiterbauen am Land – Verlust und Erhalt der bäuerlichen Kulturlandschaft in den Alpen“ war kürzlich im Latscher CulturForum zugänglich. Die Junge Generation in der SVP organisierte die Rahmenveranstaltungen. Ein Höhepunkt war die Podiumsdiskussion mit Experten. Martin Laimer (Arbeitskreis Hausforschung Südtirol), Zeno Christanell (Gemeindereferent Naturns), Waltraud Kofler Engel (Direktorin des Amtes für Bau- und Kunstdenkmäler), Siegfrid Rinner (Südtiroler Bauernbund), Leonhard Resch (Arche im KVW), und Martin Zelger (Landesamt für Wohnbauförderung) diskutieren zum Thema. „Weiterbauen am Land bedeutet für mich, die historischen Bauten so zu erhalten, dass auch unsere Kinder noch die Handschrift lesen können“, erklärte Kofler Engel. Von den insgesamt 86.000 Bauten in Südtirol seien nur rund 5.000 geschützt. Es gebe Vorurteile von Seiten der Bevölkerung gegen das Amt für Denkmalschutz, glaubte Resch. „Vielleicht haben die Menschen oft schon Probleme mit dem Begriff Schutz an sich. Viele Leute wollen sich beim Bauen nicht dreinreden lassen“, ergänzte Laimer. Resch bedauerte, dass die Südtiroler nicht bereit seien, auf ihr Reihenhaus zu verzichten: „Niemand will ins Zentrum, alle wollen einen Garten, wenn möglich mit Parkplatz“. „Die größte Angst der Leute ist, dass über ihre Köpfe hinweg entschieden wird“, so Christanell über die ­Widerstände gegen Denkmal- und Ensembleschutz. Die Gemeinde Naturns versuche daher die Menschen zu sensibilisieren. Auch von Seiten des Bauernbundes erwarte sich Christanell mehr Bewusstseinsbildung. Zudem appellierte der Gemeindereferent an die Planer, „oft den ­schwierigen Weg der Sanierung zu gehen“. Praktische Beispiele Dass eine sinnvolle Nutzung alter Bausubstanz durchaus möglich ist, zeigten einige praktische Beispiele bei der Abschlussveranstaltung. Der Schnalser ­Johann Tappeiner stellte seinen Oberniederhof vor. Der Laaser Bürgermeister Andreas ­Tappeiner berichtete vom Peernstadl, der sinnvoll für Veranstaltungen und als Parkplatz genutzt werde. Der Latscher Klaus Oberhofer zeigte Fotos vom Umbau der Burg Latsch. Auch der Latscher Hans Tappeiner stellte den Umbau seines Wohnhauses anhand zahlreicher alter Bilder dar. Leonhard Resch erzählte über die Schludernser Wohnbaugenossenschaft. Olav Lutz stellte das Projekt „Junges Wohnen“ vor, eine Wohnbaufinanzierung, um junge Menschen zu unterstützen. „Wohnbau muss leistbar sein“, forderte Lutz. Die Selbstständigkeit der jungen Menschen müsse gefördert werden. „Das ‚Junge Wohnen‘ haben wir vorgestellt, um eine moderne Idee aufzuzeigen, wie man alte Bausubstanz sinnvoll nutzen kann“, erklärte Michael Mantinger von der JG. Michael Andres
Michael Andres
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