Skurriler Abschied von der Fasnacht

Publiziert in 5 / 2006 - Erschienen am 8. März 2006
Laatsch – Wohl überall in allen Landen endet die närrische Zeit endgültig mit dem Faschingsdienstag. In Laatsch in der Gemeinde Mals gehen die Uhren jedoch anders. Dort wird die Fasnacht nämlich am Aschermittwoch offiziell „begraben“. Es ist dies kein sehr alter Brauch und aus einem übernächtigen, feuchtfröhlichen Einfall entstanden, doch wird er von den Laatscher Jugendlichen und jung Gebliebenen, wohl gemerkt „nur“ männlichen Geschlechts, gehütet. Auch gegen manche Rüge der Kirche hat sich der Brauch erhalten und alle zwei Jahre wird die Fasnacht so „begraben“. Die „Verstorbene“ wird nicht nur im Sarg durch das Dorf getragen und von weinenden und sehr laut trauernden Frauen, der Geistlichkeit und dem Totengräber begleitet, sondern auch eine Latte Würste wird beigegeben, damit es der Fasnacht bis zum nächsten Auftritt an nichts fehlt. Zum Abschluss wurden im Mühlbach noch die leeren Geldtaschen gewaschen, auf dass sie sich nun langsam wieder füllen können. Da gleichzeitig auch Aschermittwoch ist, wird jeder Vorbeifahrende angehalten und um eine kleine Spende gebeten. Wer dem nicht Folge leisten will, wird von den Ministranten mit ein wenig Asche versehen. Die Spenden aus der Bevölkerung werden, sobald wieder Klarheit in den Reihen der Begräbnismannschaft herrscht, einem wohltätigen Zweck zugeführt.
Erich Waldner

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