Das Projekt Bau einer Friedhofskapelle mit ­Friedhofserweiterung bewegte auch heuer wieder die Katharinaberger Gemüter.

Spielplatz oder Bolzplatz

Publiziert in 20 / 2012 - Erschienen am 23. Mai 2012
Ein Schnalser Dorf ringt um Platz, ­Zukunft und Lebensqualität. Katharinaberg – Nicht der Fraktionsvorsteher, auch nicht der Bürgermeister eröffnete in der 300-Seelen-Fraktion Katharinaberg die Bürgerversammlung, sondern der Obmann der Süd­tiroler Volkspartei Josef Pföstl, der den 40 Bürgern und Bürgerinnen seinen neu gewählten Ausschuss vorstellte. Anschließend spannten Bürgermeister Karl Josef Rainer, Wirtschafts- und Sportreferent Harald Rainer und Landwirtschaftsvertreter Josef Götsch den weiten Bogen über Gemeinde übergreifende Maßnahmen und Projekte. Sozialreferent und Vizebürgermeister Gerhard Müller, der zusammen mit drei Landsleuten den starken ­Katharinaberger Block im Gemeinderat stellt, wandte sich dann den spezifischen Anliegen seiner Landsleute zu. „Das Bestreben, Langzeitparker vom Dorfplatz zu verbannen und endlich auch in unserer Fraktion einen Spielpatz zu errichten, nimmt konkrete Formen an“, berichtete Müller. Er setzte das Einsegnungsdatum des neuen Friedhofes auf den 14. Oktober an und teilte mit, dass das Vereinshaus erweitert werde, um das öffentliche WC und sogar einen Bankomat-Schalter unterzubringen. Die Besucher stiegen mit Fragen zur Schülerausspeisung in der nur mehr einklassigen Schule und mit dem „Dauerbrenner“ Immobiliensteuer ein. „Seid gnädig mit den Bürgern“, meinte ein Katharinaberger in Richtung Verwalter, „ihr bekommts ja einen Haufen Wasserzinsgelder“. Sehr dorfbezogen und sehr engagiert wurde die Diskussion zum Thema Nahversorgung. Seit das ehemalige Gasthaus St. Kathrein 2006 geschlossen und verkauft worden war, hatte Katharinaberg keinen Dorfladen mehr. Eine Lösung dieses Problems sei in naher Zukunft nicht absehbar. Absehbarer und konkreter schien den Bürgern die Errichtung des Spielplatzes. „Aber wir brauchen auch - wie für andere Fraktionen selbstverständlich - einen Bolzplatz“, schob Gemeinderätin Evi Weithaler dazwischen. Bürgermeister Rainer forderte auf, sich zwischen Spielplatz oder Bolzplatz zu entscheiden. Das könne man nicht vergleichen, so Weithaler: „Wir brauchen einen ebenen Platz nicht nur für ein paar Jugendliche, sondern auch für andere Aktivitäten.“ In diesem Zusammenhang wurden sehr verhalten, nur unter den Zuhörern vernehmbar die Kosten für den Bau der Kegelbahn als Hindernis ins Spiel gebracht. Anstatt einem Besitzer etwas zu nehmen, möge man den sonnigen und gemeindeeigenen Pausenhof zum Spielplatz erweitern, wurde vorgebracht. Müller verwies auf die Notwendigkeit teurer Stützmauern. Die Versammlung endete mit dem Versprechen des ­Vizebürgermeisters, sich der Klagen der Kirchgänger bezüglich des rutschigen Zugangs zum Friedhof anzunehmen. GÜNTHER SCHÖPF
Günther Schöpf
Günther Schöpf
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