Der Ausschuss der Alm- und Weideinteressentschaft Amberg-Höfer Alm mit Senn Ernst Patscheider (ganz rechts); (von links): Stefan Thöni (Schriftführer), Ignaz Fabi (Obmann) und Josef Ziernheld (Obmann-Stellvertreter).

Trotz des Regens schönes Almfest

Publiziert in 15 / 2005 - Erschienen am 4. August 2005
Grob geschätzt hatten sich am Sonntag, 31. Juli, 500 Leute auf der Höfer Alm, in der Fraktion Schlinig, versammelt, um den gelungenen Neubau gebührend zu feiern. Womit wohl niemand so richtig gerechnet hatte, war der Regen, der die Anwesenden, besonders aber die Veranstalter überraschte. Abt Bruno Trauner vom Kloster Marienberg konnte gerade noch das Gebäude und die Menschen segnen, nach der hl. Messe, die er gefeiert hatte, als die ersten Regentropfen fielen. Der Abt hatte in der Predigt, ausgehend vom Matthäus-Evangelium, unter anderem daran erinnert, wie eng die Bibel und die Berge zueinander stünden. Marienberg sei einer dieser Berge. Von den Gipfeln aus könne der Mensch die Natur näher betrachten. Abt Bruno erbat einen besonderen Segen für die Alm, denn die Tüchtigkeit der Menschen brauche die schützende Hand Gottes. Der offizielle Teil fiel buchstäblich in das Wasser, so dass die freiwilligen Helfer sehr viel zu tun hatten, um alle Festbesucher schnell und gut zu verköstigen. Die Höfer-Alm liegt auf gut 2000 Metern Höhe. Die Fläche der Alm wird mit rund 2000 Hektar angegeben, wobei etwa nur 1000 Hektar für die Weide genutzt werden können. Bis zum 10. September bleiben die 80 Kühe auf der Alm, auch 22 Schweine werden dort gehalten. „Wir spüren von einem Rückgang in der Almwirtschaft noch nichts“, sagt der Obmann der Alm- und Weide-Interessentschaft Ignaz Fabi auf Anfrage unserer Zeitung. Im vorigen Jahr waren vier Kühe mehr auf der Alm, demnach kein wesentlicher Unterschied zu heuer. Es wurden ca. 90.000 Liter Milch gemolken und diese zu fast 8.000 Kilogramm Käse und etwa 1000 Kilogramm Butter verarbeitet. Die Besitzer der weidenden Kühe holen ihren Anteil an Butter und Käse ab. Der Almbesucher kann natürlich die Produkte der Alm genießen, nicht nur Butter und Käse, sondern auch Milch, Molke und Buttermilch sowie andere Getränke. Die Alm ist übrigens täglich geöffnet. Im Winter nützt sie die Watles AG zur Verpflegung der Skifahrer. Einen besonderen Dank spricht Fabi der Watles AG mit Präsidenten Fritz Raffeiner für die gute Zusammenarbeit aus. Neun Mitglieder gehören der Interessentschaft an, dem Ausschuss gehören neben Fabi noch sein Stellvertreter Josef Ziernheld und Schriftführer Stefan Thöni an. Senn ist Ernst Patscheider, die Sennerin heißt Beate, der Hirt Daniel und die Junghirten Reinhold und Pirmin. Fabi wünscht sich eine noch engere Zusammenarbeit zwischen Tourismus und Landwirtschaft. Die Alm wurde in der Zeit zwischen Juni und Dezember 2004 neu gebaut. Ursprünglich sollte das alte Gebäude saniert werden, bis die Idee eines Neubaus herangereift war. Die überbaute Fläche beträgt 790 Quadratmeter, die Gesamtkubatur 3.760 Kubikmeter, eklärt der Planer der Höfer-Alm, Ingenieur Josef Ladurner aus Meran. Die Alm besteht aus dem Gastlokal, einem Lagerraum im Keller und einer Wohnung und zwei Zimmern für das Personal im Dachgeschoss sowie einem Laufstall und einer Käserei. Die ganze Alm befindet sich nun auf modernstem Stand, die alle sanitären Bestimmungen erfüllt. Die Baukosten beliefen sich auf rund 600.000 Euro, die zu 60 Prozent vom Land finanziert werden, der Rest mit Eigenfinanzierung. Gekommen waren lokale Vertreter der Politik, des Handwerks und der Wirtschaft sowie viele Bauern und Besucher, von überall her. Die Böhmische der Musikkapelle Burgeis und das Duo Luis und Herry spielten auf, es trat die Schuhplattler-Gruppe Prad auf. Gedankt wird der Landesregierung, den Beamten der Forst- und Landwirtschaft, der Gemeindeverwaltung von Mals, der Watles AG, den Planern und Handwerkern sowie der Raiffeisenkasse Obervinschgau.
Daniela di Pilla
Daniela di Pilla

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