Siegfried Patscheider aus Schlinig

Um Stimmen habe ich nie „gelottert“

Publiziert in 22 / 2012 - Erschienen am 6. Juni 2012
Ein Beispiel für einen Menschen, der sehr viel für das Allgemeinwohl getan hat und noch ehrenamtlich tätig ist: Siegfried Patscheider aus Schlinig Schlinig - Siegfried Patscheider ist 68 Jahre alt und arbeitet immer noch mit Freude ehrenamtlich mit, da er weiterhin in der Eigenverwaltung bürgerlicher Nutzungsrechte von Schlinig im Ausschuss tätig ist. Dennoch ist es ihm ein Anliegen, auf die mehr als 20 Jahre Frak­tionsverwaltung Schlinig zurück zu blicken, von denen er bis auf eine Amtsperiode im Ausschuss war. Bereits 1986 wurde er zum ersten Mal als Fraktionsvor­steher gewählt. In all den Jahren hat er wesentlich zum Aufbau von Schlinig mit seinem jeweiligen Ausschuss beigetragen. Dabei ging es darum, Teilungspläne für Auffangbecken zu erstellen oder die Alm- und Weideinteressentschaft Schlinig zu gründen. Die erste Umsetzeranlage 1987 ist ebenso ihm zu verdanken. Waldwege zu erschließen, Brücken zu bauen, Traktorwege zu errichten und eine freiwillige Aufforstung voranzutreiben waren weitere Aufgabenbereiche Ende der 80er Jahre. Aber auch die Lawinenverbauung trägt seinen Namen. 1988 wurde der Neubau der Feuerwehrhalle und des Schulgebäudes veranlasst: „Dafür musste ich meinen Grund hergeben“, erzählt Patscheider. Aber auch der Bau von Mistlegen gehörten zu seinem Aufgabenbereich sowie die Errichtung von Schaukästen in Schlinig und Prämajur. 1990 hatte er den Vorschlag gemacht, die Schliniger Alm zu verlegen und neu zu bauen, 1997 wurde dann ein bedeutender Lawinenschutzdamm errichtet. Von 1996 bis 2001 war Patscheider nicht im Fraktionsausschuss. Er meint heute dazu: „Still ruhte die See, die Vöglein schliefen bis 2001.“ Dann berichtet er, dass er seinem Ausschuss vorgeschlagen hatte, die Höfer-Alm zu verlegen und neu zu bauen, so, wie sie heute da steht. „Im Jahr 2004 habe ich für eine neue Umsetzeranlage angesucht, 2010 war sie dann endlich da“, sagt er. Ein weiterer Lawinenschutzdamm wurde auf seine Anregung hin 2007 gebaut. Alles habe aber auch nicht immer geklappt. So wollte er 2006 gemeinsam mit dem ehemaligen Forstinspektor Andreas Feichter (verstorben) eine Lawinenschutzgalerie bei der „Schwarzen Wand“ errichten lassen. Die Gemeinde hatte das Vorhaben abgelehnt: „Die sehen beim runden Tisch nicht die Gefahr, wir vor Ort aber schon!“ Es seien später tatsächlich Menschen zu Schaden gekommen. Siegfried Patscheider hatte damals den elterlichen Hof übernommen, ist verheiratet, hat sechs Kinder und einige Enkel. Abschließend meint Patscheider: „Ich wurde oft in ehrenamtliche Vereine gewählt, habe aber nie um Stimmen ­‚gelottert‘ und selbst habe ich mir die Stimme auch nie gegeben. Das wäre mir ein Leben lang zu blöd!“  Daniela di pilla stocker
Daniela di Pilla
Daniela di Pilla
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