Manfred Fuchs in seinem Heimatdorf Latsch; Foto: s

„Vater der deutschen Satelliten“

Publiziert in 45 / 2012 - Erschienen am 12. Dezember 2012
Ingenieur Manfred Fuchs aus Latsch erhält in Berlin den Werner-von-Siemens-Ring. Berlin/Latsch - Dem aus Latsch stammenden Ingenieur Manfred Fuchs sowie dem Ingenieur Hermann Scholl aus Stuttgart wird am 13. Dezember in den Räumen der Robert Bosch Stiftung in Berlin der Werner-von-Siemens-Ring verliehen. Es ist dies der wichtigste deutsche Technikpreis. Den Beschluss, den zwei modernen Technik-Pionieren diese hohe Auszeichnung zukommen zu lassen, hatte der Rat der Stiftung Werner-von-Siemens-Ring im Dezember 2011 gefasst. Manfred Fuchs (OHB) wird der Preis „in Anerkennung seines Beitrages zur erfolgreichen Weiterentwicklung der Anwendungssatellitentechnik verliehen, mit der Deutschland weiter an vorderster Front auf diesem Gebiet in Europa steht.“ Neben dem „Vater der deutschen Satelliten“ geht der Werner-von-Siemens-Ring auch an Hermann Scholl (Bosch), den „Vater des ABS“. Ohne die beiden Technik-Pioniere wären große Teile der aktuellen deutschen Technikgeschichte undenkbar, heißt es in der Begründung. Manfred Fuchs sei vom jüngsten Privatpiloten Italiens zum Visionär und Vordenker deutscher und europäischer Raumfahrtprojekte aufgestiegen, „bevor er sich höchst erfolgreich der Sparte der Nutz-Satelliten zuwandte.“ Während seiner Zeit bei der Firma ERNO Raumfahrttechnik GmbH in Bremen war er entscheidend an dem europäischen Raumfahrtlabor Spacelab beteiligt. Seine guten Kontakte in die Wissenschaftswelt habe er auch später erfolgreich eingesetzt, „als er bereits mit seiner eigenen Firma OHB in Bremen vor allem Kleinsatelliten produzierte.“ Rund 2.000 Mitarbeiter Während sein Unternehmen von zwei Dutzend auf heute rund 2.000 Mitarbeiter wuchs, mit Standorten in Bremen, München und Augsburg, entwickelte Fuchs einen erfolgreichen Satelliten nach dem anderen. Als legendär wird das STATEX-Experiment bezeichnet, bei dem Fuchs 1999 in Zusammenarbeit mit der Universität Hohenheim 160 Kaulquappen des südafrikanischen Krallenfrosches für 10 Tage in den Weltraum fliegen ließ, wo sie Grundlagenexperimenten zur ­frühen Hirn- und Ohrentwicklung dienten. OHB System erhielt 2010 den Zuschlag für die Entwicklung und den Bau der ersten 14 Satelliten des europäischen Satellitennavigationssystems (Auftragsvolumen: 566 Mio. Euro) und 2012 den Auftrag für den Bau weiterer acht Galileo Satelliten. Der Werner-von Siemens-Ring wird unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten alle drei Jahre verliehen. Manfred Fuchs und Hermann Scholl sind nun zwei weitere Persönlichkeiten in der Reihe der namhaften Ring­träger. Zu diesen gehören etwa Carl von Linde (er bekam den Ring 1916), Carl Bosch (1924), Oskar von Miller (1927), Wernher von Braun (1975) und viele weitere mehr. red/sepp
Josef Laner
Josef Laner

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