Von Matsch nach Birongo

Publiziert in 41 / 2013 - Erschienen am 20. November 2013
Ein Spital, zwei junge Matscherinnen, drei Schwestern und jede Menge Patienten. Ein Arbeitsbericht von Sabine Kofler und Kathrin Stecher. Luganda, Uganda, Buganda - Ein altes Königreich namens Buganda, eine von vielen weiteren Landesprachen namens Luganda und im Westen Afrikas ein rund 241.000 Quadratmeter großes, Rohstoffreiches und gleichzeitig von finanzieller Armut geprägtes Land namens Uganda: Für Kathrin Stecher und Sabine Kofler, beide Mitte Zwanzig, beide aus Matsch, war schon länger klar, dass sie nach Afrika wollten um dort zu arbeiten. Den Bildervortrag im Kultursaal von Matsch am 13. November organisierten die beiden als Dankeschön für die Spenden, die sie im Juni sammelten - um sie dem Spital im Dorf Birongo, geführt von drei Schwestern, die sich den Uganda Martyrs zugehörig fühlen, zu überbringen. Vom 2. August bis zum 29. Oktober arbeiteten sie dann vor Ort. Während Kathrin Stecher buchhalterische Arbeiten des Spitals übernahm, betreute Sabine Kofler, gelernte Krankenschwester, Patienten. Vielmehr jedoch Patientinnen und deren Kinder: „Für Männer scheint es sehr viel schwieriger, sich wegen HIV-betreffenden Problemen behandeln zu lassen“. Über die Organisation für eine solidarische Welt (OEW) in Brixen absolvierten die beiden Frauen Vorbereitungskurse, bald wurde ein kleiner Teil Afrikas, vielmehr das kleine Dorf Birongo Teil des Alltages. Kofler und Stecher zeigten in vielen Fotos, was ihre Aufgaben im Krankenhaus, aber auch ihr Alltag, wie das Zubereiten von Speisen oder das Mithelfen beim Anstreichen einer neuen Kirche bedeutete. Die Männer mussten lachen, dass die beiden anfänglich nicht wussten, wie Kleidung von Hand gewaschen wurde. Befriedigung klang mit, als sie berichteten: „Letztlich haben wir schon verstanden, wie man wäscht“. Berichte über ein landwirtschaftlich geprägtes Land, das Kaffee- und Bananen exportiert und über zahlreiche kreative Zugänge zu Arbeiten aber auch Arbeits- oder Verkaufsstätten verfügt, waren verknüpft mit detaillierten Beschreibungen der Arbeiten im Krankenhaus, der ambulanten Nahversorgung, Angaben über die minimalen Löhne des Personals und einer Erkenntnis: „Für viele Menschen in Uganda sind Weiße einfach reich. Mitzubekommen, wie man aufgrund der Hautfarbe eingeschätzt wird, kann sehr unangenehm sein“, so Sabine Kofler. Diese Erkenntnis ist nur eine von vielen. Über Armut und Überfluss haben die beiden sich oft Gedanken gemacht: „Wir konnten sehen, dass man mit viel weniger auskommen kann“. kat
Katharina Hohenstein
Katharina Hohenstein

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