Ingenieur Ernst Mattanovich (stehend) stellte die Studie zusammen mit Felix Sternath vor.

Warten auf das Urteil des Gerichts

Publiziert in 1 / 2013 - Erschienen am 16. Januar 2013
In einer neutralen Studie wurden zwei Marmortransport-Varianten ­analysiert. Die Studie ist Teil der Akten zum Prozess, der am 23. Jänner ­ansteht. Schlanders – An diesem Tag soll das Verwaltungsgericht darüber entscheiden, ob die Umwidmung der Forststraße in Göflan in eine Gemeindestraße rechtens ist oder nicht. Wie berichtet, hatte der Gemeinderat diese Umwidmung beschlossen und damit die Ermächtigung zum Marmorabtransport vom Landeshauptmann auf den Schlanderser Bürgermeister übertragen. Das Land hatte gegen die Umwidmung rekurriert. In einer neutralen, von der Firma RaumUmwelt®Planungs-GmbH aus Wien im Auftrag der Frak­tion Göflan erstellten Studie, die vor Weihnachten im Rathaus in Schlanders vorgestellt wurde, werden die Vor- und Nachteile zweier Transport-Varianten unter den Aspekten der Umwelt, der Tatsache, dass der Transport zum Großteil im Nationalpark erfolgt und auch unter dem Aspekt der Wirtschaftlichkeit aufgelistet. Die Variante 1 bezieht sich auf den direkten Lkw-Transport auf der kürzesten Strecke, die Variante 2 auf die Nutzung einer Transportkette unter der Einbindung der Bahninfrastrukturen in Laas. „Bezüglich der ökologischen Aspekte im Nationalpark und des gesamten Untersuchungsraums ergibt sich keine eindeutige Präferenz für eine der beiden Varianten,“ führten die Ingenieure Ernst Mattanovich und Felix Sternath aus. Als ziemlich stark belastend seien allerdings die Leerfahrten bei Variante 2 einzustufen. Beim betriebswirtschaftlichen Aspekt ist das Ergebnis klar: Die Variante 1 weist bei allen Indikatoren den höheren Zielerreichungsgrad auf. Im Klartext: Der Lkw-Tranpost über Göflan kostet ca. 120.000 Euro im Jahr, jener über Laas ca. 400.000 Euro. „Die Studie legt alle Fakten objektiv auf den Tisch. Wir sehen sie als Entscheidungshilfe und Diskussionsgrund­lage für die handelnden Akteure,“ so Mattanovich. „Diese Studie ist von allen zu respektieren“ Der Göflaner Fraktionspräsident Erhard Alber meinte, „dass der wirtschaftliche Aspekt für uns die größte Rolle spielen wird.“ Die Ergebnisse der neutralen Studie seien von allen zu respektieren. „Der betriebswirtschaftliche Aspekt ist für uns sekundär,“ sagte Nationalpark­direktor Wolfgang Platter. Dass es sich bei der Studie nicht um ein Gefälligkeitsgutachten handle, sei klar. Fakt sei auch, dass es in Schlanders einen neuen Marmorbetrieb gibt. Ein direktes Interesse seitens des Nationalparks, sich am anstehenden Prozess zu beteiligen, gebe es nicht. Der Park habe sich bisher nie zur Benutzung einer Straße geäußert. Nur bei neuen Straßen sei ein Gutachten vorgesehen. Zu bedenken gab Platter, „dass im oberen Bereich die alten Bahnstrukturen in Laas zum Großteil aufgelassen sind, und nun soll auch die untere Bahn, die bis zum Werk führt, verschwinden.“ Generalsekretär Georg Sagmeister teilte mit, dass die Studie Teil der Akten für den Prozess ist, der am 23. Jänner stattfindet. sepp Laner
Josef Laner
Josef Laner

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