Die Räte ­Verena Rinner und Harald Plörer vor den Plänen des ­Architekten Scherer.

Wenn schon neu, dann ordentlich

Publiziert in 26 / 2012 - Erschienen am 4. Juli 2012
Das „Kellerdasein“ des Kindergartens Latsch geht zu Ende. Die Planung zum Neubau verursachte aber Irritationen im Gemeinderat. Latsch – Im Kindergarten Latsch wird seit Jahrzehnten mit mehr oder weniger kostspieligen Notlösungen gegen Dunkelheit, Feuchtigkeit, Schimmelpilz und seit einigen Jahren gegen erhöhte Radonwerte angegangen. 1985 wurde erstmals ein Neubau gefordert. 2008 hatten die Gemeinderätin Verena Rinner, Grundschulleiterin Gisela Nagl und Kindergartenleiterin Jutta Fliri das „Flickwerk“ satt und erarbeiteten ein umfassendes Konzept. Ausgehend vom Kindergarten, der seit 1991 vier Gruppen beherbergt, von der Schülermensa im Gang des Kindergartens, über die überquellende Bibliothek in der Mittelschule zu fehlenden Musik- und Bewegungsräumen in Grund- und Mittelschule wurde ein Neubau des Kindergartens mit Mensa als sinnvolle Lösung empfohlen. Im Oktober 2009 durfte Architekt Klaus Marsoner vor viel Publikum ein „Raumprogramm“ vorstellen. Es musste zum Vorprojekt erklärt werden, um die Genehmigung bindend werden zu lassen. 666 Quadratmeter in Hanglage für vier Gruppen auf einer Ebene und eine Mensa mit 100 Plätzen darunter waren zum Kostenpunkt von 2,58 Millionen Euro vorgesehen. In der Ratssitzung vom 27. November 2009 versprach Bürgermeister Karl Weiss: „Es ist uns ernst. Wir wollen das Projekt voranbringen.“ Aus dem Wettbewerb mit 21 ­Architekten ging Markus Scherer als Sieger hervor. In der Ratssitzung vom 20. Juni durfte der Sohn von Robert Scherer erstmals 14 anwesenden Referenten und Räten sein Projekt für vier Sektionen mit Haupt-, Begegnungs- und Bewegungsraum, mit getrennten Ausgängen zwischen den Gruppenräumen und überdachtem Außenbereich auf einer Ebene vorstellen. „Wir sind von einem offenen Konzept ausgegangen“, erklärte Scherer. Der Entwurf mit Klima Haus B-Standard sieht eine Nettonutzfläche von 1.047 Quadratmetern und Gesamtkosten von 3,35 Mio. Euro vor. Die Gemeinde müsste etwa 400.000 Euro an Eigenmitteln aufbringen. Rätin Verena Rinner fand „das Projekt grottenschlecht“. Aufgebracht warf sie den Verantwortlichen vor, 1. die Bedürfnisse der Grundschüler übergangen, 2. den gemeinsamen Hof- und Freiraum durch die Verschiebung gegen die Straße im Süden deutlich eingeengt und 3. das Gesamtkonzept mit Mensa im Kindergarten und öffentlicher Bibliothek in den frei gewordenen Räume überhaupt nicht beachtet zu haben. „Wenn das Projekt so durchgeht, trete ich zurück“, so Rinner. Dem gegenüber erklärte sie, einen Beschlussantrag präsentieren zu wollen mit der Forderung, das Vorprojekt neuerlich vom Rat genehmigen zu lassen, weil es sich um einen völlig anderen Entwurf handle. Zuvor werde es aber noch Gespräche und Treffen geben. Günther Schöpf
Günther Schöpf
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