Erfahrungsberichte von Maria Kuppelwieser, Cindy Emanuele, Simon Costanzo, Maria Pilser, Julia Stampfer, Patrick Stark, Michael Sölderer (von links).

Wichtig ist cool bleiben

Publiziert in 24 / 2012 - Erschienen am 20. Juni 2012
Die einen stehen im Arbeitsleben, die anderen büffeln sich erst heran. Absolventen erzählten Maturanten vom Leben nach der Reifeprüfung. Schlanders – Der Volksbank-Vizefilialleiterin Maria ­Kuppelwieser, der selbständigen Eisdielenbetreiberin Maria Pilser, dem KVW-Mitarbeiter Simon Costanzo, der Buchhalterin ­Cindy Emanuele, der Wirtschafts­studentin in Innsbruck Julia Stampfer, dem Lehramtsstudenten für Sport und Geschichte in Innsbruck Patrick Stark und dem Jura-Studenten in Trient Michael Sölderer saßen erwartungsvoll die Schüler der Matura-Klassen 2012 und 2013 gegenüber. Maria Pilser hatte nie Lust zu studieren und wurde auf ihrem Weg in die Selbstständigkeit von ihren Eltern in jeder Form unterstützt. Bedauert habe sie, nicht mehr gereist zu sein. „Geht irgendwohin“, empfahl sie. „Ich bin lei bis Napoli gekommen.“ Für Michael Sölderer war „das erste Semester brutal d’rgibig“. Aber es gäbe Professoren mit prophetischer Erleuchtungskraft, auch wenn dann eine 1.000 Seiten-Prüfung anstehe. Er riet eindringlich, die Italienisch-Kenntnisse zu verbessern. Maria Kuppelwieser hatte die Handelsoberschule besucht, um sich zu orientieren. Hinterher sei sie aber froh gewesen; noch während der Schulzeit hätte sie Angebote von Banken bekommen. „Ich habe mit Ach und Krach abgeschlossen, aber entscheidend ist der Wille zu arbeiten“, meinte sie. Dass ihr das gewählte Fach nicht lag, hatte Cindy ­Emanuele an der Uni Padova erfahren müssen. Die mit Auszeichnung maturierte Schülerin hatte sich daraufhin entschlossen, in die Arbeitswelt einzusteigen. Der Nachweis der Zweisprachigkeit habe ihr einen Vorteil verschafft, meinte sie. Die Wirtschaftsstudentin Julia Stampfer stellte ihrer Oberschule ein gutes Zeugnis aus. Als Absolventin der HOB habe sie keine Schwierigkeiten gehabt, auch die Orientierungsprüfungen zu überstehen. Wesentlich härter ins Berufsleben geprallt war Simon Costanzo. „Ich habe monatelang nach Arbeit gesucht. Scheinbar hat den Betrieben zwischen Mals und Meran meine niedrige Punktezahl nicht gepasst“, meinte er. Nun sei es ihm gelungen, beim KVW in Meran unterzukommen. Er habe einen eigenen Schalter, habe Kontakt zu Menschen und es gefalle ihm sehr. Den höchsten Unterhaltungswert in die Podiumsdiskussion brachte Patrick Stark. Ihm habe es so gut an der HOB gefallen, dass er noch ein Jahr draufgelegt habe. Nach einer „Matura-Feier-Woche“ sei ihm eingefallen, ein Sport­studium anzufangen. „Ich musste für die Aufnahmeprüfung meinen Lebensstil ändern“, erzählte er. Inzwischen habe er beschlossen, ein Lehramtsstudium anzufangen: „Das Studentenleben ist ja ziemlich geil“, stellte er fest. Den besten Rat, den er für die Reifeprüfung geben könne: „Wichtig ist, cool bleiben.“ Günther Schöpf
Günther Schöpf
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