Das Eis am Ortler (dieses Bild entstand im August 2012) schmilzt Jahr für Jahr; Hanspeter Staffler, Direktor der Landesabteilung Brand- und Zivilschutz, freut sich, dass es gelungen ist, das Archiv über klimatische und Umweltinformationen noch rechtzeitig anzulegen.

Wie alt ist das Eis am Ortler?

Publiziert in 37 / 2012 - Erschienen am 17. Oktober 2012
Stilfs – Die vor einem Jahr am Ortler entnommenen Eiskerne liefern erste Ergebnisse. Die Eiskerne wurden auf 3.859 Höhenmetern entlang der 75 Meter tiefen Eiskappe des Ortlers gewonnen. Erste wissenschaftliche Erkenntnisse wurden in Marseilles vorgestellt. Ziel des Projekts, das von der Landesabteilung für Brand- und Zivilschutz und der „National Science Foundation“ (USA) getragen wird, ist die Untersuchung des tiefen Eises des Ortlers, um ein Informationsarchiv über die Klima- und Umweltbedingungen der Vergangenheit in den Ostalpen anzulegen. Gleichzeitig wird der Obere Ortler-Ferner als strategischer Observationspunkt des Klimawandels in höheren Lagen laufend beobachtet. Trotz wiederholter oberflächiger Eisschmelzvorgänge, die vor allem im Laufe der letzten Sommer zu verzeichnen waren, wurden die im tief gelegenen Eis jährlich gespeicherten Informationen zu den atmosphärischen Eigenschaften der Vergangenheit noch nicht beeinträchtigt. Die Analysen zeigten etwa, dass in 41 m Tiefe eine leicht radioaktive Schicht zu finden ist, zurückzuführen auf 1963, dem Jahr der stärksten und häufigsten Atomversuche. Die Untersuchung einer in 74 m gefundenen Baumnadel mit der C14-Methode lässt darauf schließen, dass die Nadel 2.664 Jahre dort gewesen ist. Somit dürfte das Ortler-Eis nahe dem Felsenuntergrund zwischen der ersten und zweiten Eisenzeit entstanden sein. LPA/sepp
Josef Laner
Josef Laner

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