„Wir brauchen einen Dorfanger"

Publiziert in 10 / 2005 - Erschienen am 26. Mai 2005
Seit einigen Jahren streben Mütter der Gemeinde Mals nach einem Spielplatz für Ihre Kinder. Bis heute sei dies allerdings nicht gelungen, erklärt Ulla Patscheider, die Vorsitzende der Sektion Mals des Vereines für Kinderspielplätze und Erholung (VKE). Deswegen haben sich bereits im vergangenen Herbst mehrere Frauen zu einer Initiativgruppe namens „Dorfanger“ zusammengeschlossen. Das Ziel der Gruppe war es, endlich diesen lang ersehnten Kinderspielplatz errichten zu lassen. Es wurde schriftlich bei der Gemeinde und bei der Fraktion nachgefragt, es wurden Unterschriften im Dorf gesammelt, an die 300 sind zusammengekommen. „Das war der Beweis für uns weiterzumachen“, sagen Patscheider und die weiteren sechs Frauen des VKEs, die sich kürzlich mit dem „Der Vinschger“ getroffen hatten. Es sind dies: Pia Telser, Hermelinde Zöggeler Fragner, Emma Gamper, Elke Theiner, Karin Donner und Veronika Polin (Schriftführerin). Auch beim Verein sind Margit Gasser (Kassierin), Konrad Messner und Ronald Patscheider. Die engagierten Frauen haben mehrere Spielplätze besichtigt in Graun, Brixen und in der benachbarten Schweiz in Müstair. Vom Pustertal hätten sie Fotomaterial darüber erhalten. Um die Idee in ein handfestes Projekt umwandeln zu können, wandten sie sich erfolgreich an die Verantwortlichen des VKE in Bozen. Am vergangenen 8.April wurde daraufhin die Malser Sektion gegründet. Etwa 40 Leute waren im Pfarrsaal von Mals erschienen. „Wir haben uns einzeln im Dorf nach geeigneten Plätzen umgesehen“, berichtet Ulla Patscheider. Sie kamen bald auf einen gemeinsamen Ort, und zwar auf das Grundstück beim alten Kindergarten in Mals und bei der alten Volksschule, wo sich derzeit der Parkplatz befindet. In den Gebäuden, haben die Vereine der Gemeinde eine Bleibe gefunden. Auf die Frage, warum der Spielplatz denn gerade dort geeignet sei, antworteten die Frauen:“ Er ist zentral gelegen, kann leicht erreicht werden und könnte sich zu einem Treffpunkt für Jung und Alt entwickeln“. Nachdem vorwiegend die Fraktion, aber auch die Gemeinde Mals Besitzer des Grundes ist, wird der Spielplatz nicht von heute auf morgen entstehen. Das ist den Müttern bewusst. Selbstverständlich führen sie derzeit auch Gespräche mit den Vereinen. Mit Fraktion und Gemeinde hätten sie bereits Kontakt aufgenommen. „Der Vinschger“ holte die Stellungnahmen des Bürgermeisters Josef Noggler und des Fraktionsvorstehers Luis Stocker ein. „Grundsätzlich bewerte ich das Vorhaben als positiv, die Gemeinde will dies auch unterstützen. Um die Errichtung des Spielplatzes können wir uns allerdings nicht kümmern. Auch müssen Parkplätze erhalten bleiben, schon einmal wegen der Musikschule, die auch dort untergebracht ist. Luis Stocker sagte: „Die Fraktion stellt gerne Grund zur Verfügung, etwa beim alten Kindergarten und bei der ehemaligen Kegelbahn. Der ganze Platz, nein, das geht nicht, die Vereine müssen dort auch noch existieren können“. Derweilen hat die VKE-Sektion Mals, die inzwischen 100 Mitglieder zählt, veranlasst, dass eine Diskussionsgrundlage zur Gestaltung des Areals entworfen wird.
Daniela di Pilla
Daniela di Pilla

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