Im Bild (v.l.): Sepp Noggler, Roselinde Gunsch Koch, Veronika Stirner Brantsch, Angelika Margesin, Eva Klotz, Ulli Mair, Richard Theiner, Brigitte Foppa und Christoph Gufler

„Wir brauchen Männer, die Platz machen“

Publiziert in 33 / 2013 - Erschienen am 25. September 2013
Goldrain - Es hat zwar Fort­schritte gegeben, doch die Rahmenbedingungen dafür, dass Frauen in der Arbeitswelt, in der Politik und in der Gesellschaft insgesamt wirklich gleichberechtigt sind und die gleichen Chancen haben wie Männer, sind weiter zu verbessern. Darin stimmten alle Landtagskandidaten/innen verschiedener Parteien überein, die am 18. September im Bildungshaus Schloss Goldrain an einer Podiumsdiskussion zum Thema „Frauen und Bildung“ teilnahmen. Der Diskussionsabend war Teil der politischen Veranstaltungsreihe „Die Qual der Wahl: ­Welche Farbe wählen?“, welche die Arbeitsgemeinschaft Südtiroler Bildungshäuser organisiert hatte. „Schloss Goldrain bietet schon seit Jahren Seminare und Lehrgänge speziell für Frauen an und hat sich in diesem Bereich eine bestimmte Kompetenz angeeignet“, sagte Bildungshaus-Direktorin Claudia Santer. Am Podium konnte sie Brigitte Foppa, Roselinde Gunsch Koch, Eva Klotz, Ulli Mair, ­Angelika Margesin, Veronika Stirner Brantsch, Sepp Noggler, Richard Theiner und Christoph Gufler begrüßen. Abgesehen von der Frage der Frauenquote - für Ulli Mair und Sepp Noggler braucht es keine Quote, während ­Angelika Margesin, Roselinde Gunsch Koch, Eva Klotz und andere darin ein nützliches Hilfsmittel sehen - gab es bei vielen anderen Themen Übereinstimmung. Etwa darin, dass Frauen, die Familienarbeit leisten, besser zu unterstützen sind, dass Frauen der Wiedereinstieg in den Beruf erleichtert werden soll oder dass Männer vermehrt die Karenzzeit in Anspruch nehmen sollten. Dies sei vor allem in der Privatwirtschaft schwierig. Theiner gab zu bedenken, dass Frauen, die teilzeitbeschäftigt sind, nur eine geringe Rente beziehen werden. Laut Ulli Mair wird in vielen Familien oft noch so entschieden: „Wer mehr verdient, geht weiterhin arbeiten.“ Einig sind sich alle, dass in den Bereichen Familie sowie Bildung weiterhin zu investieren ist. Der Weg bis hin zu einer tatsächlichen Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau auf allen Ebenen sei noch lang. Laut Foppa leisten noch immer viel zu wenige Männer Hausarbeit. „Wir brauchen auch Männer, die Platz machen.“ Bei der Diskussion wurde auch das Thema der mangelhaften Italienischkenntnisse seitens der Jugendlichen angesprochen. Mehrere Podiumsgäste meinten, dass Italienisch nicht als Zweit-, sondern als Fremdsprache anzusehen sei und dass daher auch die Didaktik anzupassen sei. Gekonnt moderiert hat den Abend Luise Vieider. Sepp
Josef Laner
Josef Laner
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