Mit der Elektrifizierung der Vinschgerbahn könnte frühestens 2014 begonnen werden.

Wir wollen Strom statt Diesel!

Publiziert in 42 / 2012 - Erschienen am 21. November 2012
Die Elektrifizierung der Vinschgerbahn ist anzugehen und an eine Zugverbindung mit der Schweiz ist weiterhin zu glauben. Naturns - Dies sind die zwei wichtigsten Anliegen, die mehrere Vinschger Bürgermeister am 14. November beim „Runden Tisch“ des Vereins „Freunde der Eisenbahn“ im Bürger- und Rathaus Naturns dem Landesrat Thomas Widmann unterbreiteten. Zur Elektrifizierung sagte ­Widmann, dass im Josefstunnel erste Vorarbeiten im Hinblick dieses Vorhabens durchgeführt wurden. Mit einer festen zeit­lichen oder auch finanziellen Zusage für die Elektrifizierung konnte Widmann aber nicht aufwarten: „2013 geschieht sicher nichts, vielleicht kann 2014 mit dem auf drei Jahre ausgelegten Vorhaben begonnen werden.“ Die Kosten werden auf ca. 40 Millionen Euro geschätzt. Laut dem Landesrat gibt es etliche weitere Projekte im Bereich Mobilität, die in nächster Zeit landesweit umzusetzen sind, so etwa der Metrobus Überetsch. Neben Vereinspräsident Walter Weiss pochten auch der Vinschger Bezirkspräsident Andreas Tappeiner und ­weitere Vinschger Bürgermeister auf eine rasche Elektrifizierung der Bahnstrecke. Wie Widmann erklärte, kann man das Problem der ­überfüllten Züge im Vinschgau erst dann in den Griff kriegen, wenn die Bahnstrecke elektrifiziert ist: „Elektro-Flirts haben die dreifache Kapazität.“ „Wir müssen stärker an die Bahnverbindung mit der Schweiz glauben“ Der Malser BM Ulrich Veith und weitere seiner Amtskollegen bedauerten, dass das Projekt einer Bahnverbindung zwischen dem Engadin und dem Vinschgau in der Schweiz einen Dämpfer hinnehmen musste. Wie berichtet (der Vinschger 36/12) schaffte es das Projekt nicht in die erste Prioritätskategorie der Bündner Regierung. Laut Veith wäre eine Bahnverbindung mit der Schweiz für den gesamten Vinschgau und darüber hinaus von enormer Bedeutung, speziell für den Tourismus und die Wirtschaft insgesamt. Es dürfe sich auf Vinschger und Südtiroler Seite nicht Resignation breit machen, „sondern es müssen immer wieder Signale gesetzt werden. Wir müssen in Südtirol stärker an dieses Vorhaben glauben, auch wenn es noch in der Ferne liegt,“ so Veith. Widmann räumte ein, dass das Projekt in der Graubündner Regierung „out“ sei. Es sei aus dem Bauprogramm gestrichen worden. Dass das Vorhaben vor allem dem Vinschgau bzw. Südtirol Vorteile bringen würde, wisse man auch in der Schweiz. Außerdem würde das Geld, das der Bund in das Projekt stecken würde, dem Kanton Graubünden anderweitig entzogen werden. Bessere Busanbindung in die Schweiz Die SAD-Buslinie Mals-­Nauders wird laut Widmann ab dem 9. Dezember 2012 bis nach Martina ausgedehnt: „Dadurch wird eine Rundreise Mals - Nauders - Martina - Scuol - Zernez - Ofenpass - Mals ermöglicht.“ Bei der Vinschgerbahn werden die Entwertergeräte demnächst an den Bahnhöfen zu finden sein und nicht mehr in den Zügen. Auch auf die Vorteile der Verlegung der Bahnhaltestelle auf der Töll ging der Landesrat ein sowie auf viele weitere Projekte und Vorhaben in Sachen Mobilität in Südtirol. Weiter auszubauen sei das Erfolgskonzept „Bahn & Rad“, die Verknüpfung der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel mit dem Besuch von Skigebieten (Beispiel Ortler Skiarena und Sportoberschule Mals) sowie die Elektro-Mobilität, besonders auch in der Peripherie. Hier seien die Gemeinden gefordert. Gelobt hat Widmann den Wettbewerb „Bahnhof des Jahres“, ausgeschrieben vom Verein „Freunde der Eisenbahn“. Die Mitgliederzahl liegt mittlerweile bei über 1.000. Sichtlich stolz gab er sich vom Erfolgskonzept „Südtirol Paas“, dem derzeit angeblich innovativsten Konzept dieser Art in ganz Europa. „Stinkende“ Busse in Martell Neben Worten des Lobes warteten etliche Bürgermeister auch mit Kritik auf. Der Marteller BM Georg Altstätter etwa begrüßte zwar den Bus-Stundentakt, „aber es kann nicht sein, dass gerade bei uns im Nationalparkgebiet jene Busse eingesetzt werden, die am meisten stinken und rußen“. Laut Widmann verfüge die SAD derzeit über zu wenig Busse: „Im Frühjahr 2013 werden ca. 170 neue Stadt- und Überlandbusse eintreffen.“ Zur SAD insgesamt meinte der Landesrat: „Die ‚SAD‘ ist eine Katastrophe. Sie macht nur das, was für sie selbst optimal ist.“ Der Schludernser BM Erwin Wegmann brachte das Problem der Lärms zur Sprache, das vom Motorbereich der Vinschgerbahn ausgehe. Auch in diesem Punkt will Widmann der Sache auf den Grund gehen. Wie Wegmann informierte, entsteht in der Remise in Schluderns ein Stützpunkt für Pfadfinder. Erneut angeregt hat Wegmann, den Restmüll, der künftig zur Verbrennung nach Bozen gebracht werden muss, möglicherweise mit der Bahn zu transportieren. Ulrich Veith regte an, am Bahnhof in Mals eine Info-Tafel mit Angaben zu allen Verbindungen anzubringen. Weiters sollte ab Mals nach 21.20 Uhr eine weitere Zugfahrt in Richtung Meran eingeplant werden. Der Burggräfler Bezirkspräsident Alois Kröll und der Meraner Bürgermeister Günther Januth verwiesen auf die Bedeutung, den der Bahnhof Meran künftig als Drehscheibe haben wird, auch infolge der neuen MeBo-Ausfahrt. Dringend notwendig seien Verbesserungen entlang der Bahnstrecke Meran-Bozen. Sepp Laner
Josef Laner
Josef Laner

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