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Wunderschön, aber ätzend

Publiziert in 26 / 2012 - Erschienen am 4. Juli 2012
Latsch - Der Riesen-Bärenklau, auch Herkulesstaude oder Herkuleskraut genannt, ist eine Pflanzenart aus der Familie der Doldenblütler. Ursprünglich stammt sie aus dem Kaukasus. In Europa und in Nordamerika ist der Riesen-Bärenklau ein Neophyt, also eine eingeschleppte und somit gebietsfremde Pflanzenart. Laut Forstinspektor Mario Broll ist diese Pflanze zwar wunderschön, stattlich und rundum ein Prachtstück der Natur, doch hat sie leider auch ätzende Wirkung. Die Pflanzen tragen Substanzen in sich, die in Kombination mit Sonnenlicht phototoxisch wirken. Berührungen in Verbindung mit Tageslicht können bei Menschen zu schmerzhaften Quaddeln und schwer heilenden Verbrennungserscheinungen führen. Zum ersten Mal Bekanntschaft gemacht hat Broll mit dem Riesen-Bärenklau im Jahr 1974 im Garten eines Freundes in Deutschland. Die Samen der Pflanzen können auch entlang von Bächen weitergetragen werden. Broll: „Auf diese Art kam die Pflanze zum Beispsiel vom Sarntal bis nach Bozen.“ Im Vinschgau wurden neuerdings an mehreren Stellen Exemplare entdeckt und sofort abgeschnitten, zuletzt im „kleinen Mösl“ im Biotop in Latsch. Der Forstinspektor rät vor allem Gartenbesitzer zur Vorsicht. Es sei unklug, sich Samen dieser Pflanzen für den eigenen Garten zu besorgen. Detail am Rande: Die Herkulesstaude wurde 2008 zur Giftpflanze des Jahres gewählt. Wer im Garten oder in der Umgebung eine Herkulesstaude entdeckt, soll sie laut Broll vor der Blüte mit dem Spaten am Boden abtrennen. 
Josef Laner
Josef Laner

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