Woher kommt unser Brot? Auch Inspektorin Eva Maria Brunnbauer (im Hintergrund) musste durch den Brottest.

Zeitenwechsel an der Schule

Publiziert in 23 / 2014 - Erschienen am 18. Juni 2014
Konkrete Projekte, durchgeführt von Schülerinnen und Schülern, für oder bei Unternehmen, Organisationen, Vereinen: das OSZ Mals geht neue Wege. Mals - Fünf Gruppen schwirrten ein Semester lang zwei Stunden wöchentlich aus: Sie führten Interviews mit Dorfbewohnern und Fachleuten, spürten Begriffen wie Nachhaltigkeit oder Konkurrenzanalyse nach, erstellten Webseiten, machten sich Gedanken über verbessertes Marketing und lieferten nicht nur Ergebnisse, sondern erfuhren auch, wie es läuft, wenn es nicht läuft: Wenn ein Arbeitgeber schlichtweg nicht zufrieden ist. Sinn des in Südtirol einmaligen Lernprojektes namens „Schule und Region - Neue Zeiten, neue Lernformen“ ist laut OSZ-Direktor Gustav Tschnett das Erlernen von Fähigkeiten, die im außerschulischen Bereich wichtig seien. Die vorbereitete Pressemappe und die Moderation von Lisa Stocker und Christopher Scheel zeigten bei der Vorstellung der insgesamt fünf Projekte, dass Medienkompetenz ein Teil des Projektes ist. Die Zusammenarbeit mit den ­regionalen Partnern Raiffeisenkasse Prad-Taufers, HOPPE AG, dem Amateursportverein Schluderns, dem Initiator der Kornkammer Vinschgau, Konrad Meßner, und dem Verein Südtiroler Ritterspiele erbrachte Leistungen: eine neu gestaltete Homepage der ­Schludernser Sportiven, eine Analyse der HOPPE AG im Vergleich mit zwei konkurrierenden Unternehmen, Marketing-Maßnahmen für die Südtiroler Ritterspiele, eine kritische Würdigung der Kornkammer Vinschgau sowie der Versuch einer Analyse, warum Abwanderung für Stilfs ein großes Thema ist. Carmen Matzoll und Verena Ruepp, die gemeinsam mit Anna Mall der Abwanderung in Stilfs auf den Grund zu gehen versuchten, hatten mit Zeitproblemen zu kämpfen: „Es ist ein weitläufiges Thema“, so die beiden, etwas detaillierter daran arbeiten zu können, wäre besser gewesen“. Sie erlebten, dass nicht alle Dorfbewohner begeistert sind, Fragebogen auszufüllen und dass sich konkrete Datenbeschaffung über die rückläufige Bevölkerung schwierig gestalten kann. Die Projektteilnehmerinnen und Teilnehmer, die sich mit dem Begriff der Nachhaltigkeit im Allgemeinen und der Kornkammer Vinschgau im Besonderen beschäftigten, waren nicht nur theoretisch unterwegs: Ihre eigene Wahrnehmung von Brotqualität, waren sich alle einig, habe sich durch die Arbeit geändert. Weswegen sie am 6. Juni eine Brotprobe durch die Runde gehen ließen, um Menschen mit handwerklich oder industriell Gefertigten zu konfrontieren. In ihrer „kritischen Würdigung“ der Kornkammer Vinschgau wiesen die Schülerinnen und Schüler auf ihre Ansicht nach notwendigen Verbesserungen hin. Heinrich Zwischenbrugger, Projektbetreuer, sieht hierin eine weitere positive Seite: Dass ein Dazulernen auf beiden Seiten des Projektes möglich sei. kat
Katharina Hohenstein
Katharina Hohenstein
Vinschger Sonderausgabe

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