Einstimmig für die Vertagung: Hermann Wenter, Christa Klotz, Karin Thaler, Astrid Kofler, Thomas Lanthaler und Hans Unterthurner (von links).

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Publiziert in 21 / 2012 - Erschienen am 30. Mai 2012
Einstimmig für die Vertagung: Hermann Wenter, Christa Klotz, Karin Thaler, Astrid Kofler, Thomas Lanthaler und Hans Unterthurner (von links). Naturns – Nicht nur böse Zungen behaupten: Willst du ein Projekt versenken, gründe eine Arbeitsgruppe. Die Arbeitsgruppe, die Bürgermeister Andreas ­Heidegger in der Gemeinderatssitzung vom 21. Mai zusammenstellte, sollte natürlich nicht versenken, sondern diskutieren, klären und dem Rat Lösungen unterbreiten. Sie sollte vor allem das tun, was im Gemeinderat von einer betroffenen Bürgerin und einigen Gemeinderäten mehr oder weniger emotional angekreidet worden war. Angekreidet wurde, dass der Grundsatzbeschluss zu einer Zone für sozialen Wohnbau gefasst werden sollte, ohne dass mit Grundbesitzern und Anrainern vorher geredet worden war. Zu später Stunde ermöglichte die besondere Form der Ratssitzungen in Naturns - im konkreten Fall die Fragestunde für die Zuhörer -, dass erstens der Beschlussantrag abgeschmettert und zweitens eine intensive Auseinandersetzung über Sinn und Wert von sozialen, geförderten und freien Wohnbauzonen eröffnet wurde. So positiv in der Diskussion über die Erweiterungszone Schweitzer die Verdichtung des Ortskernes und die Durchmischung der drei Wohnbauförderungen empfunden wurden, so heftig stieß das Vorhaben, das kostengünstige Angebot eines Grundbesitzers in der sogenannten „Zone Naturns Ost“ anzunehmen und auf einer Fläche von 3.000 Quadratmetern 15 bis 17 Wohnungen zu errichten, auf Widerstand. Quer durch die im Rat vertretenen Parteien und Gruppen reichten die Einwände von „es gibt gar keinen Bedarf“ über „die Zone liegt zu weit vom Zentrum“ oder „es entsteht garantiert sozialer Unfriede wegen der Abstände“ bis hin „ein Wohnblock würde die Osteinfahrt nach Naturns beeinträchtigen und einem Bauernhof die größte zusammenhängende Anlage nehmen“. Entscheidend wurde die Anmerkung von Umweltreferentin Margot Tschager Svaldi: „Das hat nichts mit sozial zu tun, wenn der soziale Wohnbau an die Peripherie gedrängt wird. Sozial ist für mich integriert.“ Bürgermeister Heidegger und sein Vize Helmut Müller versuchten die Gründe darzulegen, warum man nicht mit den Anrainern gesprochen habe: „Es war ein Für und Wider. Sollten wir fragen, obwohl der Bedarf erst irgendwann eintritt?“, fragte Müller. „Wir wollten grundsätzlich nicht mit den Grundbesitzern reden, bevor nicht die Fachleute die Zone empfehlen“, meinte Heidegger. Auf jeden Fall sah er die Mehrheit für eine grundsätzliche Ausweisung der Zone schwinden und schlug eine Vertagung vor, nicht ohne Bedenken angemeldet zu haben, dass man ein kostengünstiges Angebot ausschlage. Günther Schöpf
Günther Schöpf
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