9,99 

Publiziert in 42 / 2018 - Erschienen am 4. Dezember 2018

Nun ist sie wieder voll angelaufen, die „besinnliche“ Vorweihnachtszeit. Tausende strömen zu den beliebten Weihnachtsmärkten in die Städte. Auto an Auto, Bus an Bus, Besucher an Besucher, Euro an Euro. Der „Tschosch“ ist willkommen. Seinetwegen glitzert, funkelt und strahlt es an allen Ecken und Enden. Die Massen fließen aneinander vorbei. Dreimal hinauf und dreimal hinunter. Dreimal hinunter und dreimal hinauf. So lange, bis man zur Besinnung kommt und am Ende vielleicht sogar ein bisschen besinnlich wird. Aber erst dann, wenn die Nacht die Massen „vertrieben“ hat, der letzte Glühwein getrunken ist und es kalt wird zwischen den Ständen. Lange dauert dieser Zustand nicht, denn am nächsten Tag geht es weiter. Der Rubel muss auch morgen wieder rollen. Und er wird es auch. So wie die „Kugel“, auf der wir hin- und herrennen und die sich selbst dreht. Die Menschen kommen mir manchmal vor wie die ungezählten Sandkörner am Strand. Rollt ein nasser Ball über den Sand, saugt er stetig Körner auf und schleppt sie mit sich. Sie kleben am Ball, rollen mit. Es kommen ständig neue Körner dazu, alte bleiben irgendwann auf der Strecke. Der Ball aber dreht sich weiter. Genauso wie die Maschinerie, mit der man die Kauflust steigert. Mit immer neuen Methoden. Ungeschlagen bleibt der „Trick“ mit den Preisangaben. Haben Sie schon einmal etwas für 10,01 Euro gekauft? Sicher oft hingelangt haben Sie, wenn etwas „viel“ weniger kostet, z.B. nur 9,99.

Josef Laner
Josef Laner
Vinschger Sonderausgabe

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