„A bissl staatr“

Publiziert in 16/17 / 2020 - Erschienen am 7. Mai 2020

Von einer Fledermaus übertragen, im Labor entwickelt, von Außerirdischen auf die Erde gebracht. Über das Coronavirus ist alles Mögliche und Unmögliche gesagt worden. Noch breiter angelegt sind die Meinungen über die Maßnahmen zur Eindämmung, Bekämpfung und Bewältigung der sozialen und wirtschaftlichen Folgen der Krise. Wenn sich schon Experten und Wissenschaftler in vielen Fragen uneins sind, darf man sich umso weniger erwarten, dass Regierungen und Politiker eine einheitliche Marschrichtung vorgeben und umsetzen. Der weltweit einzige gemeinsame Nenner ist die Hoffnung auf geeignete Medikamente und Impfstoffe. Erst damit kann die Angst vor neuen Infektionswellen gebannt werden. Und erst ab dann können feste Leitplanken für eine, hoffentlich etwas andere und bessere Zukunft der Menschheit und deren Haus Erde gesetzt werden. Jetzt heißt es zunächst noch, aus dem Alptraum richtig zu erwachen und Schritt für Schritt die Bruchteile unserer bisherigen Normalität vorsichtig zusammen zu klauben und neu zu ordnen. Alle haben auf ihre Art zu „kreischtn“ und zu leiden. Von der öffentlichen Hand - die am Ende immer die private ist - erhoffe ich mir, dass nicht nur jenen geholfen wird, die am lautesten schreien, sondern auch jenen, die es am meisten brauchen. Ein alter Mann sagte mir neulich, dass wir diese Krise sicher überstehen werden. Allerdings sollten wir nicht immer mehr und noch mehr wollen, sondern „a bissl staatr“ werden.

Josef Laner
Josef Laner

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