Bella Italia

Publiziert in 42 / 2019 - Erschienen am 3. Dezember 2019

Reiht man die Küsten Italiens und seiner Inseln aneinander, kommt man auf fast ein Viertel des Erdumfangs. An rund 8.000 Kilometern liebkost das Mittelmeer den Stiefel und die Inseln. Das Land selbst strotzt nur so von Geschichte und Kultur. Hinzu kommt eine Vielfalt von Regionen, die alle ihren eigenen Charakter haben. Mit Spitzenprodukten in den Bereichen Kleidung und Mode, Gastronomie und Landwirtschaft, aber auch im Handwerk, Design und anderen Zweigen strahlt Italien weit über Europa hinaus. „Made in Italy“ sind aber auch „Krankheiten“, die das „Bel Paese“ seit vielen Jahrzehnten schwächen, über weite Teile lahmlegen und offensichtlich unüberwindbar sind. Schuld daran ist nicht der Kellner in Palermo, der für 400 Euro schwarz arbeitet, nicht der Souvenirhändler in Venedig, der seine sieben Sachen vor dem Wassereinbruch schützen muss, nicht der kleine Zigarettenschmuggler in Neapel und auch nicht der Landwirt, der auf Sizilien „pizzo“ zahlt. Es ist das System, das krankt. Den Regierungen der vergangenen Jahrzehnte darf bescheinigt werden, weder die Steuerhinterziehung unterbunden zu haben, noch die organisierte Kriminalität und auch nicht Korruption und Stehlerei auf allen Ebenen. Es tut weh, wenn man sieht, wie Kunstwerke in Venedig im Wasser versinken. Und es tut noch mehr weh, wenn man hört, dass im Zuge des Hochwasserschutzprojektes MO.S.E. bisher ca. 1.000 Millionen Euro gestohlen worden sein sollen.

Josef Laner
Josef Laner
Vinschger Sonderausgabe

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