Corruptio

Publiziert in 14 / 2019 - Erschienen am 16. April 2019

Für 2.000 Euro stelle ich dir eine Rechnung aus, den Rest gibst du mir so. - Nein, einen Kassazettel brauche ich nicht, mir ist ein Skonto lieber. - Du musst nur zum Schalter Nr. 4 gehen und dort der Frau mit den kurzen Haaren sagen, dass du ein Freund von mir bist und sie wird dir schnell einen Termin besorgen. - Wenn du zwei Flaschen mit gutem Wein mitbringst, wird er ein Auge zudrücken. Das sind nun einige wenige Fälle, in denen eines der Grundübel des menschlichen Zusammenlebens durchbricht: die Korruption. Die Möglichkeiten, auf unsaubere Art zu Vorteilen zu kommen, indem man andere besticht oder sich bestechen lässt, sind unerschöpflich. Immer gleich hingegen bleibt das Opfer. Es ist dies die Allgemeinheit. Viel zu viele sind viel zu oft nur auf ihre persönlichen Vorteile aus. Das Allgemeinwohl liegt weit außerhalb des Blickfeldes der „Schlauen“. Wenn dann aber die Straßen voll von Löchern sind, der Müll nicht abgeholt wird, das Sanitätswesen nicht funktioniert, und, und, und … wissen die „Schlauen“ genau, wo die Schuldigen zu suchen sind: Alle sind schuldig, nur nicht sie selbst. Die Geldmengen, die infolge von Korruption weltweit pro Jahr verschlungen werden, sind unvorstellbar. Man schätzt sie auf 1.300 bis 1.750 Milliarden Euro. Große Erfolge gegen die Korruption gab es bisher nicht. Und was als Vorbeugung gegen andere Krankheiten hilft, gibt es gegen dieses Übel auch nicht: einen Impfstoff.

Josef Laner
Josef Laner

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